Krisen-Navi

Worum geht es hier?


Kurze klare Orientierung in stürmischen Zeiten.

Für Familien. Für Eltern. Für Kinder.
Und für alle die sie unterstützen.

Anker und Steuerräder unterstützen uns.
Damit wir unser Familienschiff in diesen stürmischen Zeiten auf Kurs halten.

Aufgrund der Corona Krise haben sich viele gewohnte Dinge verändert... weiterlesen


    Das führt besonders zu Hause zu Herausforderungen.
    Schule, Kindergarten, Home Office, Haushalt, Familie, und, und, und.
    Alles auf einmal, auf engem Raum. Womöglich noch alleine.
    Aber perfekt muss es sein.
    Wie soll das gutgehen?
    Dazu noch unglaublich viele Infos und Ratschläge im Internet, für die keine Zeit ist und bei denen wir schnell den Überblick verlieren und erst recht frustriert sind.

    Krisen-Navi versucht, es auf ganz wenige wesentliche Überschriften zu bringen.
    Womit bewirken wir momentan am meisten? Worauf konzentrieren? Wo ansetzen?

    Die 4 Anker bilden das Leitbild. Den Leuchtturm. Die Orientierung.
    Als Angebot um unser Familienschiff durch die stürmischen Zeiten zu segeln.

    Behalten wir diese 4 Anker im Hinterkopf.
    Wie tief wir eintauchen, entscheidet jede(r) selbst.

    Die 4 Anker sind:

      Sicherheit

      Beziehung

      Gemeinsam stark

      Konfliktverhalten



Krisen-Navi sucht für uns

Krisen-Navi durchforstet das Internet nach Ideen, Tipps, Unterstützungen und mehr.


Ja eh - aber WIE?

Das Krisen-Navi versucht sich auf das "Wie" zu konzentrieren.
Denn Gute Tipps fallen uns alle ein.
  • Dem Kind die Angst nehmen - ja eh aber wie?
  • Zuversicht ausstrahlen - ja eh aber wie?
  • Kindgerechte Sprache - ja eh aber wie?
  • Pause machen - ja eh aber wie?
  • usw.

 

Anker "Sicherheit "

Kinder haben Angst.
Die Situation durch Corona ist unbekannt und kann bedrohlich wirken.

Wie können wir Sicherheit geben?
Wir können Sicherheit geben durch Struktur im Alltag (verlässliche, gleiche Abläufe) und Wissensvermittlung (Aufklärung um Ängste zu nehmen). Zudem ist es wichtig, etwas für unser eigenes Sicherheitsgefühl zu tun. Dass wir Zuversicht ausstrahlen. Kinder spüren das.





 

Anker "Beziehung"

In einer solchen Situation geht es mehr um Beziehung als um Erziehung.
Kinder folgen nicht dem was wir sagen, sie folgend dem was wir tun.

Zur Beziehungspflege gibt es viele Möglichkeiten!
Krisen-Navi macht auch hier einen Vorschlag, keine Vorschrift.

Zusätzlich zu den Schritten (Steuerrädern) Wahrnehmen, Verstehen wollen, In der Rolle bleiben, Fragen stellen, Humor und Beziehungsgesten gibt es das Infofenster Gefühle und Bedürfnisse. Der Zusammenhang zwischen Bedürfnissen, Gefühlen und Verhalten wird von Krisen-Navi als wesentlich erachtet.













 

Anker "Solidarität" - "Gemeinsam stark"

    Wir Menschen wollen wirken, etwas bewirken.
    Wir sind soziale Wesen.
    Wir brauchen einander.
    Gemeinsam sind wir stark.







 

Anker "Konfliktverhalten"

Konfliktverhalten. Nicht Konfliktvermeidung. Das geht nicht.
Konflikte und Streit gehören zum Leben dazu.

Bitte lesen!

Konflikte und Streit gehören also zum Leben dazu.
Erst recht gehören sie zu einer Krise dazu. Erst recht, wenn wir zu Hause auf wenig Platz auszukommen haben. Konflikte und Streit haben auch viel mit Bedürfnissen und Gefühlen zu tun. Siehe Anker Beziehung.

Diese Dinge gibt es also.
Entscheidend ist, wie wir damit umgehen.

Wichtig ist auch zu unterscheiden, ob es sich um einen Konflikt zwischen Kindern, zwischen Kindern und Erwachsenen oder einen Konflikt zwischen Erwachsenen handelt.

Am meisten können wir tun, lange bevor ein Konflikt entsteht.








Zwischenmenschliche Konflikte und Konfliktverhalten sind überaus komplexe Themen.
Krisen-Navi trifft hier sehr starke Vereinfachungen und versucht kurze klare soziapädagogische Impulse für den Alltag zu geben.

Bei Gewalt-Situationen wird dringend empfohlen Hilfe zu holen.
Bei Gefahr in Verzug die NOtrufnummern 144 und/oder 133.
Bei psychischen Krisen entsprechende Hotlines wie Telefonseelsorge, psychosozialer Notdienst, u.a.

 

Impressum & Datenschutz

Information gemäß §5 E-Commerce-Gesetz
und Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz:

Diensteanbieter und Medieninhaber:
Simon Mitterbauer
Sozialpädagoge, Kommunikationstrainer, Führungskraft

Florastraße 17/8
2540 Bad Vöslau
Österreich
E-Mail: admin@krisen-navi.at

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Krisen-Navi versteht sich als solidarischer, sozialpädagogischer Ansatz und verweist bei medizinischen, gesundheitlichen, psychischen oder psychosozialen Themen an die entsprechenden Stellen. Konzept & Texte sind Anregungen und stellen persönliche Herangehensweisen dar. Sie basieren auf allgemein zugännglichen Inhalten einer staatlich anerkannten Ausbildung zum Sozialpädagogen und jahrelanger Erfahrung im sozialpädagogischen Kontext. Aufgrund der vielen Einflussfaktoren und der Komplexität menschlichen und insbesondere pädagogischen Handelns können keinerlei Haftungen für daraus entstehende Komplikationen übernommen werden.
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(Text zu YouTube bezogen über Anwaltskanzlei Weiß & Partner)

Logos und Icons

Favicon wurde kostenlos über icons8.de bezogen.
Restliche Icons und Logos waren im Homepage-Template integriert und stammen von fontawesome.com.

 

Steuerrad "Struktur im Alltag"

Struktur im Alltag können wir auf viele Arten herstellen:

Sichtbare Struktur
    Wenn wir genug Platz haben, können wir daheim Bereiche kennzeichnen. Da genügt schon ein Schild oder Ähnliches. Schul-Bereich, Büro-Bereich, Pausen-Bereich (wenn so viel Raum vorhanden ist)

    Sichtbare Struktur kann auch sein, wenn Eltern ihr Arbeitskleidung anziehen im Home Office.

Ausgehängte Pläne
    Je nach Alter der Kinder - in Wort oder Bild, groß oder klein. Es hilft, wenn die Eckpunkte des Tages gut sichtbar sind.

Wiederkehrende Rituale
    Rituale sind sehr wichtig. Denn sie geben Sicherheit.

    Das beginnt schon beim Zähneputzen. Auch wenn es nervt und auch wenn es mal einen Tag geben mag an dem unser Kind einfach nicht putzt. Das Ritual bleibt. Auch in der Krise. Das gibt Sicherheit.

    Ein Beispiel aus dem Fernsehen - Die Zeit im Bild 1 endet täglich mit folgenden Worten: „Halten sie Abstand. Wir halten sie auf dem Laufenden. So kriegen wir das hin.“

    Lassen Sie uns doch einmal 2 Anker verbinden. Fragen wir doch mal unsere Kinder, welches Ritual sie sich wünschen.
    • Eine bestimmte gute Nacht Geschichte?
    • Einen extra Gute Nacht Kuss solange die Krise dauert?
    • Einen bestimmten Spruch?
    • usw.

    Dann haben wir nämlich unsere Kinder beteiligt (Anker gemeinsam stark) und das Ritual gibt Sicherheit (Anker Sicherheit).

Regeln
    In Krisen gibt es viele Änderungen und Unsicherheit. Deshalb ist alles was gleich bleibt und Sicherheit gibt hilfreich.
    Auf der anderen Seite können nicht alle Regeln gleich bleiben. Es ist Krise.
    Und Beziehung ist wichtiger als Erziehung.

    Betonregel vs. Gummiregel.
    Eine Möglichkeit ist die Unterscheidung zwischen Betonregeln und Gummiregeln. Betonregeln bleiben auch in der Krise. Wie etwa "Wir schlagen uns nicht" oder "Schule ist wichtig". Über Gummiregeln können wir verhandeln.

      Achtung Falle: Nicht militärischer Oberbefehl ist angesagt. Beziehung > Erziehung. Es geht auch viel um unsere eigene Haltung, unsere eigene Struktur. Denn diese wirkt auf unsere Kinder und unsere Umgebung.

      Mögliche Botschaft (eine von mehreren):
      
      Am Vormittag ist halt Schule. Das ist so in Österreich. Uns ist das nämlich wichtig. Damit du was lernst und später einen schönen Beruf hast. Deshalb ist uns Schule auch jetzt in der Krise wichtig. Wir verstehen aber dass es gerade schwierig ist. Und wenn dann mal nicht alle Aufgaben geschafft werden, dann ist das so. Meine Güte. Aber es ist Schule am Vormittag. Nicht Pizza Backen. Außer es ist das Schulfach Kochen. Dann backen wir in dem Schulfach vielleicht Pizza. Aber auch da wollen wir was lernen. Wie z.B. Händewaschen bevor man was angreift. Ihr seht also Kinder, wir wollen für euch da sein. Euch verstehen. Die Schule bleibt. Auch wenn die große Pause vielleicht mal länger dauert oder wir vielleicht sogar mal einen Film anschauen. Meine Güte. Aber Schule ist trotzdem.
      


 

Steuerrad "Wissensvermittlung"

Natürlich sind dabei Alter und Persönlichkeit unserer Kinder wichtig.
Jeder geht anders mit so einer Situation um. Manche wollen sehr viel wissen und können so ein gutes Gefühl und Sicherheit erlangen. Andere wollen nicht so viel wissen und haben eine andere Strategie. Womöglich die Strategie Humor und sie blödeln den ganzen Tag herum. Auch das kann ein Umgang mit dieser Situation sein.

Gut.

Für die die es wissen wollen, gibt es viele Informationen. Hier ein paar Beispiele:

Das Covibuch
    Ein Super Buch in kindgerechter Sprache!
    Hier der Link: Covi-Buch
    Erstellt von einer kolumbianischen Psychologin und in viele Sprachen übersetzt

Kleines Corona-Lexikon
    Krisen-Navi findet: Super aufbereitet vom "Standard für Kinder"
    Hier der Link zu Teil 13, dort findet ihr auch alle anderen. Sonst einfach googlen.

Video von Stadt-TV
    Krisen-Navi findet: Ein Super Video mit nicht einmal 3 Minuten.

Weitere Links werden im  (Links im Hauptmenü unten) gesammelt.
	

 

Steuerrad "Zuversicht"

Im Idealfall schaffen wir es, eine durch Leichtigkeit und Zuversicht geprägte Haltung einzunehmen - mit Humor und der Klarheit, dass es wieder gut wird. Es findet unbewusst eine Übertragung auf das Kind statt und das ist entscheidend.

Mögliche Schritte auf dem Weg zu einer solchen Haltung:
    Wir konzentrieren uns auf das, was wir beeinflussen können.
      Wir können vielleicht nicht beeinflussen ob genug Masken geliefert werden oder wann die Schulen wieder aufsperren oder ob es heuer Matura gibt oder nicht. Also suchen wir uns doch Dinge die wir beeinflussen können. Dass wir uns bewusst eine Pause nehmen (und dafür die Wäsche erst morgen zusammen gelegt ist). Was wir zu essen kochen. Welche INformationen wir uns holen und welche nicht (siehe unten) usw. So beschäftigen wir uns im Kopf nämlich mit DIngen auf die wir eine Wirkung haben und erleben so etwas wie Kontrolle und Sicherheit.

    Wir gehen einen Schritt nach dem anderen.
      Ob Multitasking jetzt existiert oder nicht weiß ich nicht. Gerade in Krisenzeiten haben wir im Kopf vielleicht noch mehr Gedanken, noch mehr Aufgaben, was alles zu erledigen wäre. Umso wichtiger wird es, dass wir einen Fuss vor den anderen setzen.

    Infostopp
      Wenn wir den ganzen Tag nur Katastrophen-Infos konsumieren, schaut es düster aus mit der Zuversicht.
      "Gerade in sozialen Medien werden oft Fotos, Tipps und Berichte geteilt, die komplett falsch sind. So werden viele falsche Informationen verbreitet, die wiederum die Angst bei Ihrem Nachwuchs verstärken können. Entscheiden Sie sich bewusst dazu, auch einmal einen Infostopp einzulegen." (Quelle)

    Wir nutzen seriöse Quellen und vergleichen
      Auch dazu gibt es einen Tipp in oben genannter Liste. Wenn wir Medien konsumieren, dann glauben wir nicht alles sofort, sondern überlegen uns wo wir die Infos suchen und wir vergleichen. Meine persönliche Erfahrung. Wenn es immer nur einer weiß und sonst keiner, ist es meistens Blödsinn.
      "Je aufgeregter berichtet wird, umso mehr Sorgen macht man sich - denn Angst ist ansteckend. Es wird der Eindruck erweckt, dass eine sehr große Zahl an Menschen bereits betroffen wäre. In Österreich sind es aber nur sehr wenige Personen, die tatsächlich am COVID-19 Virus erkrankt sind. Halten Sie sich daher an Medien, die bekannt dafür sind, seriöse Fakten aufzugreifen. Geben Sie nur solche Informationen und Quellen an Ihr Kind weiter." (Quelle)

    Wir suchen uns gut aus mit wem wir uns vernetzen
      Was für Informationen gilt, gilt auch für Menschen. Halten wir Kontakt mit jenen, die uns gut tun! Und halten wir zusammen!

    Die schönen Dinge suchen ("Sonnenstrahlen sammeln")
      Ganz bewusst schöne Dinge suchen.
      Als Ausgleich für die negativen Dinge, die momentan präsent sind.
      Am besten als Ritual am Abend. 2 Minuten nachdenken was es heute Schönes gab. (Rituale geben Sicherheit).
      Womöglich gemeinsam mit den Kids beim Schlafengehen ( Beteiligung).
      Schönes suchen. Wofür wir dankbar sind. Und wenn es nur das Dach über dem Kopf ist oder die Pommes mit Ketchup.

      Tuning-Möglichkeit: Die Positiven Dinge nicht nur denken oder aussprechen, sondern aufschreiben oder aufzeichnen. Je mehr Sinneskanäle wir ansprechen, desto besser der Effekt.

    Wir holen uns auch mal Input von außen
      Wir müssen nicht alles können oder alles wissen oder alles schaffen. Sich Ideen, Anregungen oder Hilfe zu suchen ist erwachsen und verantwortungsvoll.

    Gelegenheiten nutzen
      Die ganze Arbeit an unserer Zuversicht wird im stressigen Alltag ein wenig Zeit brauchen. Was sofort geht: Kein Mensch ist den ganzen Tag gleich. Mal sind wir zuversichtlicher, mal weniger. Nutzen wir die zuversichtlichen Situationen um gerade dann im Kontakt mit unseren Liebsten zuversichtlich voran zu gehen!

 

"Gefühle & Bedürfnisse"

--- in Arbeit ---

 

Gefühle und Bedürfnisse

Eine Krise ist unter anderem deswegen eine Herausforderung, weil die Erfüllung unserer Bedürfnisse in Gefahr ist. Und zwar teilweise sehr grundlegender Bedürfnisse wie Sicherheit, Gesundheit oder Nahrung. Deshalb ist es wichtig, dort wo wir Einfluss nehmen können, diese Bedürfnisse bewusst und aktiv zu bedienen. Die unserer Kinder, unsere eigenen und unseres Umfeldes. Bedürfnisse sind aber auch deswegen so wichtig, weil sie uns helfen, Verhalten zu verstehen.

Ein sehr bekanntes Erklärungsmodell ist die .

So zum Beispiel wird jemand, der gerade nicht genug Geld hat um etwas zu essen zu besorgen (Stufe 1), nicht viel mit diesem Krisen-Navi anfangen können, in dem es sehr viel um Bedürfnisse wie Sicherheit und Beziehung geht (Stufe 2 und 3). Maslows Pyramide hat auch viel Kritik erfahren. Zum Verständnis unserer Kinder und uns selbst in einer Krisensituation kann sie recht hilfreich sein.

Es geht nicht darum Bedürfnisse immer sofort und vollständig zu erfüllen. Wir Menschen brauchen auch die Fähigkeit, es mal auszuhalten. Was aber so entscheidend sein kann, ist das Verständnis dafür. Wenn wir verstehen warum wir selber oder unser Kind gerade so drauf ist, sich gerade so fühlt - weil eben dieses oder jenes Bedürfnis nicht erfüllt wird, dann gibt es eine Chance zu Lösung.

Damit wir Bedürfnisse benennen können, brauchen wir die Worte dazu. Wenn wir nach "Liste menschlicher Bedürfnisse" googlen, dann kommen da allerlei Listen. Zum Beispiel diese oder diese. Ob da wirklich alle Begriffe ein Bedürfnis darstellen, ließe sich diskutieren. Krisen-Navi hält sich auch hier an die , da dieses Konzept sehr viel hergibt, was unser Thema betrifft. Sehr gut zusammengefasst auf dieser Seite.

Liste von Bedürfnissen

Wenn Bedürfnisse erfüllt sind, entstehen andere Gefühle als wenn Bedürfnisse unerfüllt bleiben.

Das Wissen um Bedürfnisse und Gefühle bringt uns Menschen in Kooperation. Gerade als Eltern wollen wir doch wissen, warum unsere Kinder so tun wie sie tun und was sie brauchen.

Konkreter Tipp: Üben. Es gibt Spiele und Übungen, Gefühle und Bedürfnisse zu beschreiben. Je mehr Worte ich zur Verfügung habe um sie zu beschreiben, desto mehr entspannt sich die Situation. Wenn mir als Kind (oder auch als Erwachsener) die Worte fehlen, werde ich laut, beginne zu schreien oder zu schlagen.

Listen von Gefühlen (Quelle):
Zur weiteren Einordnung von Maslow und Rosenberg im Zusammenhang mit Bedürfnissen gibt es hier noch einen sehr lesenswerten Artikel.


Ein Wolf und eine Giraffe im Dialog über Gefühle und Bedürfnisse anhand des Beispiels "Liebe".



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Steuerrad "Humor"

Nicht obwohl Krise ist, legen wir Wert auf Humor.
Sondern gerade weil Krise ist, legen wir noch mehr Wert auf Humor als sonst.

Warum?

Das ist sehr gut zusammengefasst in diesem 5-Minuten-Video von 3-Sat.

„Der Humor ist die Waffe der Seele im Kampf um ihre Selbsterhaltung“, konstatierte der Psychiater Viktor Frankl, der drei Jahre in NS-Konzentrationslagern überstanden hatte. (Quelle)

Beispiele gibt es genug.
    Wir kennen sie selber oder aus Erzählungen oder wissenschaftlichen Artikeln, Interviews oder Filmen wie z.B. Patch Adams. Clowns die in Kliniken gehen gibt es auch. Humor hilft. Er erleichtert. Produziert Glückshormone. Schafft Distanz. Wie wir ihn konkret nutzen, hängt von der Situation ab, von unserer Persönlichkeit und der unserer Kinder und von den Möglichkeiten.
Humor hilft nicht nur akut, er kann auch helfen Folgen einer Krise abzuschwächen.

Humor als paradoxe Intervention
    So kann es z.B. großartig funktionieren, unser Kind aus einer Wut-Spirale zu holen, indem wir einfach wo drüber stolpern. Unser Kind beginnt zu lachen und ist wieder erreichbar. Es kann aber auch sein dass unser Kind noch wütender wird, weil es sich nicht ernst genommen fühlt. Das liegt wie gesagt an der Persönlichkeit unserer Kinder. Gleiches gilt für z.B. Kitzeln. Es mag als Lockerung helfen. Wenn wir jedoch das Kitzeln nutzen um nie ernsthaft über etwas sprechen zu müssen, geht der Schuss nach hinten los. Humor als paradoxe Intervention funktioniert nur, wenn wir unser Kind ernst nehmen. Klingt paradox, nicht? ;)
Humor kann "geübt" werden.

Humor kann bewusst eingesetzt werden.
    Und wenn es nur ein lustiger Film ist denn wir uns gemeinsam anschauen.

    Oder wir beauftragen unsere Kinder damit! Witze-Beauftragter. Einmal am Tag setzen wir uns zusammen und erzählen uns die lustigsten Witze.

    Oder wir haben Jugendliche die eh schon zu viel vorm Handy und PC sitzen? Bitten wir sie doch um Unterstützung (siehe Steuerrade Beteiligung und Selbstwirksamkeit). Sie sollen doch das Internet nach lustigen Witzen, Wortspielen und Fotomontagen durchsuchen. Am besten dann noch ausdrucken und eine Collage erstellen. Oder einen wöchentlichen Newsletter. So können unsere Jugendlichen kreativ sein, einen Teil beitragen und die Onlinezeit sinnvoll nutzen!



 

Steuerrad "Beziehungsgesten"


Beziehungsgesten im "Normalbetrieb"
Da ist es wohl am leichtesten. 
Ein Lächeln zwischendurch. Die Gute Nacht Geschichte. Eine Umarmung. Das Lieblingsessen kochen. Pasta Bolognese... mmmhhh... Lob verteilen. Ein Gefällt-Mir in echt – also jemandem sagen dass wir etwas toll finden... etwas zusammen spielen... und vieles mehr.


Beziehungsgesten in der Krise
In einer Situation wie jetzt, eine länger dauernden Sondersituation, einer Krise, ist es schon gar nicht mehr so leicht. Der Alltag ist noch voller, wir sitzen daheim auf wenig Platz zusammen, dazu Home Office und Home Schooling.

Da läuft oft der Notbetrieb. Und im Notbetrieb fällt alles weg, was nicht unbedingt sein muss, damit das „Werkl“ weiter läuft. Und hier passiert ein Missverständnis. Im ersten Schritt braucht es diese Beziehungsgesten scheinbar nicht. Läuft ja weiter. Aber auf längere Sicht geht es nicht ohne, weil die Beziehungen darunter leiden und ohne funktionierende Beziehungen läuft das „Werkl“ eben nicht.

Deshalb ist es gerade in einer Krise wichtig, diese Beziehungsgesten bewusst zu setzen. Dann gibt es halt 2 x pro Woche Pasta Bolognese. In einer originalen sind eh zumindest Karotten und Sellerie – und somit Gemüse drin ;)


Beziehungsgesten im Konflikt
„Das klingt ja total verrückt. Mein Kind hat mir gerade im Zorn meine Lieblingsvase demoliert und ich soll ihm Pasta Bolognese kochen? Sicher nicht!“

Gut. Ok. Beginnen wir anders ;)

Unser Kind hat unsere Lieblingsvase demoliert. Das ist nicht ok. Dieses Verhalten mögen wir nicht (Das Verhalten. Das Kind mögen wir sehr wohl.). Dieses Verhalten hilft unserem Kind auch später nicht. Uns ist wichtig, dass unser Kind lernt, anders mit Wut und Ärger und Zorn umzugehen. Und wegen der Vase braucht es auch sowas wie eine Wiedergutmachung oder eine aufrichtige Entschuldigung. 

Das bedeutet aber nicht, dass wir unserem Kind heute Abend die Gute-Nacht-Geschichte vorenthalten. Denn das hat ja damit gar nichts zu tun. Selbstverständlich lesen wir Dir was vor. Weil wir die Erwachsenen sind und weil wir das alles im Griff haben. Und weil uns die Beziehung zu Dir wichtig ist. Und das zeigen wir Dir. 
Und ja natürlich bin ich sauer wegen der Vase. Die mochte ich so gern. Und natürlich kann ich jetzt nicht so tun als ob nichts gewesen wäre. Das mit der Vase klären wir schon noch. Keine Sorge. Alles zu seiner Zeit. Vielleicht hast Du ja morgen eine Idee wie du es wieder gut machen willst. Und jetzt iss mal die Pasta Bolognese. Die hatten wir ja schon vorgestern geplant für heute. Mahlzeit ;)


Hier noch ein passendes Infoblatt.

 

Steuerrad "Ressourcen" - Jeder kann was!

"Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, ist nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt."
Henry David Thoreau

Besonders in Krisen zeigt sich, was alles in uns Menschen steckt. Wir Menschen wachsen über uns hinaus.

Zu Ressourcen gibt es auch sehr viel Wissenschaft, Einteilungen, Klassifizierungen und mehr. Krisen-Navi beschäftigt sich hier vor allem mit den menschlichen Ressourcen. Mit Fähigkeiten, Kenntnissen, Erfahrungen, Talenten, Neigungen, Stärken – und mit Schwächen. Schwächen? Ja, denn eine vermeintliche Schwäche kann durch einen anderen Blickwinkel plötzlich zu einer Stärke werden.

Anders formuliert: Stärken und Schwächen sind keine Ressourcen. Ressourcen sind das was wir können. Und jeder kann was. Der eine kann gut kochen, der andere laut schreien, der nächste kann sich wunderbar Sorgen machen, wieder ein anderer ist kreativ, bei der nächsten ist es der Humor und so weiter. Ob es sich dabei um Stärken oder Schwächen handelt, hängt vom Kontext ab.

Ein Beispiel:
    Ein Mensch mit Humor als Ressource.
    Als zuversichtlicher Elternteil in der Krise. Top!
    Als Clown im Zirkus. Top!
    Als Redner auf einem Begräbnis. Mutig bis riskant.
Sogar unerwünschtes Verhalten kann eine Ressource sein. Womöglich geht unser Kind so mit der Situation um dass es dauernd nur herumblödelt. Weil es halt anders nicht umzugehen weiß mit Unsicherheit und Angst. Und uns könnte dieses dauernde Herumblödeln wirklich, wirklich nerven. Das darf es auch. Gleichzeitig kann es auch eine Ressource sein. Weil wir wissen wie wichtig Humor und Gute Laune sind in einer solchen Situation.

Beispiel: Herumblödeln
    Wir können unser Kind zum Offiziellen Gute Laune Beauftragten ernennen oder zur Blödelbeauftragten. Und es darf uns ganz offiziell einmal am Tag für so und so viele Minuten „beblödeln“. Tanzen, singen, Witze erzählen. So bringt plötzlich unser Kind die ganze Familie zum Lachen, wir haben eine ritualisierte Pause und unser Kind erlebt sich als selbstwirksam. Es hat seinen Teil dazu beigetragen. Vielleicht kann es sogar ein Witzebuch haben und einmal am Tag Oma und Opa anrufen und ihnen einen Witz erzählen? Als Blödelbeauftragter ist man hervorragend für so etwas geeignet. Unsere Angst dass unser Kind dann vollkommen überdreht könnte sich auch ins Gegenteil verkehren. Es könnte auch sein, dass es weniger herumblödeln braucht, sobald es offizielle(r) Blödelbeauftragte(r) ist.

Beispiel: Fake-News Beauftragte
    Unsere jugendliche Tochter, die ohnehin gern im Internet surft (und sich oft mal Sorgen macht), könnte doch uns allen helfen, indem sie einmal am Tag die schrägste Fake-News präsentiert. Damit sind ihre Bedürfnisse bedient, gleichzeitig lernt sie nicht alles zu glauben was im Netz steht UND sie hilft ihrer Familie!


Jeder kann was! Wollen wir doch schauen welche Ressourcen jedes Familienmitglied einbringen kann!

Krisen-Navi hat hier ein tolles Spiel gefunden, in dem es auch um Ressourcen und Gefühle und Stärkung geht!

Ressourcen sind eng verknüpft mit dem Konzept der Salutogenese oder auch der positiven Psychologie. Beim Blick auf Ressourcen wenden wir den Blick ab von Defiziten und dem was wir alles nicht können und wir fokussieren auf das hilfreiche, unterstützende, dienliche – auf das was wir können.

Kein Mensch kann alles!

Aber jeder kann was!



 

Steuerrad "Solidarität"

--- in Arbeit ---

 

Steuerrad "Selbstwirksamkeit"

    Selbstwirksamkeit.
    So wie Tom Hanks auf der einsamen Insel... "Iiiiiich habe Feuer gemaaaaacht!" Erinnern sie sich?
    Unsere Kinder wollen auch einen Teil dazu beitragen. Sie wollen auch etwas machen, das hilft diese Krise gut zu überstehen. Sie wollen helfen.

Was ist Selbstwirksamkeit?
    Auch hier gäbe es Vieles zu berichten. Krisen-Navi versucht es immer möglichst handhabbbar auf den Punkt zu bringen. Hier und hier steht dazu: "Unter Selbstwirksamkeit (self-efficacy beliefs) versteht die kognitive Psychologie die Überzeugung einer Person, auch schwierige Situationen und Herausforderungen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können. Geprägt wurde der Begriff von dem amerikanischen Psychologen Albert Bandura."

    Das klingt jetzt wie ein Widerspruch zu gemeinsam stark, muss es aber nicht sein. "Aus eigener Kraft" schliesst Solidarität nicht aus. Wir können Selbstwirksamkeit verstehen als Überzeugung, dass wir Ressourcen in uns haben, die uns helfen werden.



Wie kann Selbstwirksamkeit gestärkt werden?
    Zum einen ist das natürlich ein längerer Prozess.
    Kurzfristig und auch in einer Krise gibt es dennoch Möglichkeiten:
    Nach Bandura gibt es 4 Einflussfaktoren, die je nach Quelle leicht anders benannt werden.

    Ein Faktor sind Erfolgserlebnisse/Eigene Erfahrungen. Siehe zum Beispiel hier.

    Wenn wir die Ressourcen kennen
    Wenn unser Kind (oder auch wir) diese Ressourcen nutzen können um kleine oder große Erfolgserlebnise zu haben (siehe die Beispiele Blödelbeauftragte oder Fake-News-Beauftragte beim Steuerrad Ressourcen)
    Dann können wir diese Selbstwirksamkeit auch oder gerade in einer Krise trainieren und somit stärken.
    Dazu brauchen wir dann noch Beteiligung. Also das bewusste "Machen lassen" in einem definierten Rahmen. Siehe dazu Steuerrad Beteiligung.

    "Eigene Erfahrungen haben den wichtigsten Einfluss auf die Ausbildung der Selbstwirksamkeit. Das Erlebnis, durch eigene Anstrengungen ein Ziel zu erreichen, bewirkt, dass man sich auch in Zukunft für fähig halten wird, schwierige Aufgaben zu bewältigen." (Stangl, 2020)
    Verwendete Literatur
    Stangl, W. (2020). Stichwort: 'Selbstwirksamkeit'. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
    WWW: https://lexikon.stangl.eu/1535/selbstwirksamkeit-selbstwirksamkeitserwartung/ (2020-05-06)



Mehr
    Selbstwirksamkeit hängt zusammen mit dem Resilienzkonzept:

      "Selbstwirksamkeit durch Kohärenz: Menschen erleben vor allem dann Selbstwirksamkeit, wenn Herausforderungen als kohärent – das bedeutet stimmig – angesehen werden. Kohärenz empfinden wir immer dann, wenn wir eine Aufgabe oder Situation als verstehbar, handhabbar und sinnhaft wahrnehmen. Wenn einer dieser drei Aspekte fehlt, ist es viel mühsamer oder kaum möglich, die Herausforderung zu bewältigen. Deswegen macht es Sinn vor Veränderungen oder neuen Projekten zu klären, ob man sie für sich selbst als kohärent wahrnimmt. Falls die Antwort negativ ausfällt, sollte hinterfragt werden, ob die eigene Einstellung oder die Bedingungen so geändert werden können, dass Kohärenz entsteht." Quelle


    Selbstwirksamkeit hängt zusammen mit Positiver Psychologie:

      "Selbstwirksamkeit durch Stärkenarbeit: Die Forschung zu Positiver Psychologie rund um Martin Seligman belegt, dass Menschen aufgrund der Nutzung ihrer individuellen Charakterstärken leistungsfähiger und zufriedener werden. Wer nämlich seine eigenen Stärken kennt, einsetzt und trainiert, gewinnt immer mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und damit Selbstwirksamkeit. Die Universität Zürich führt ein Langzeitstudienprojekt zu den Charakterstärken durch, in dessen Rahmen mit einem Fragebogen die wichtigsten eigenen Stärken ermittelt werden können. Solche Charakterstärken sind stabil und zeichnen sich dadurch aus, dass man ihre Anwendung nicht als anstrengend, sondern als selbstverständlich empfindet. Deswegen ist es auch einfach, eigene Charakterstärken immer besser auszubilden, indem man sie vielfach anwendet. Zur Förderung der Selbstwirksamkeit sucht man sich am besten diejenigen Aufgaben, die ein hohes Maß der eigenen Stärken erfordern." Quelle

 

Steuerrad "Beteiligung"

Beteiligung, Selbstwirksamkeit und Ressourcen hängen eng zusammen.

Beteiligung bedeutet, dass wir Kinder und Jugendliche in die Entscheidungen die sie betreffen mit einbeziehen. In einer Krise wie jetzt können wir unsere Kinder stärken, indem wir sie dort wo sie ihre Ressourcen haben, möglichst so mit einbeziehen (beteiligen), das sie möglichst viele Erfolgserlebnisse haben und ihre Selbstwirksamkeit stärken.

Beteiligung ist ein Kinderrecht: „Jedes Kind hat das Recht, in allen Belangen die es betrifft, seine Meinung zu sagen. Diese Meinung muss dem Alter und der Reife des Kindes entsprechend berücksichtigt werden (Art. 12 der Kinderrechskonvention).“ (Quelle)


krisen-navi


Warum ist es so wichtig Beteiligung aktiv zu betreiben?
    Weil wir aus einer früheren Gesellschaft kommen in denen Kinder kaum mit einbezogen wurden und es heute aber besser wissen. Solche Änderungsprozesse dauern und deshalb ist es wichtig Beteiligung aktiv zu üben und zu betreiben. Es ist uns vielleicht noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen.

Kann es zu viel Beteiligung geben?
    Krisen-Navi sagt Ja. Je nach Persönlichkeit und Entwicklungsstand unserer Kinder ist es wichtig die Aufgaben und die Entscheidungen in bewältigbaren Dosierungen zu übertragen.

Beteiligung kann auf verschiedene Weise und in vielen Situationen erfolgen. Und sie kann verschieden hoch oder auch nur scheinbar vorhanden sein. Ein sehr bekanntes Modell dazu ist die Partizipationsleiter nach Roger Hart (siehe unten).

Einige Beispiele:
  • Wir fragen unsere Kinder was sie gerne zum Mittagessen hätten, entscheiden dann aber alleine.
  • Unser 16-jähriger Sohn kocht sich alleine etwas. Wir haben ihm dazu die „Befugnis“ erteilt und ihn sogar ermutigt.
  • Wir machen einen Ausflug und lassen unsere Kinder zwischen 3 Varianten wählen
  • Wir wollen einen Ausflug machen. Wir diskutieren das gemeinsam mit den Kindern und entscheiden dann nach einfacher Mehrheit.
  • Die neuen Vorhänge im Kinderzimmer mit aussuchen oder sogar alleine aussuchen
  • HTL oder Lehre? Früher gab es da oft keine Wahl für Kinder. Und kein "gefragt werden". Heute ist das wohl anders.

Beteiligung bedeutet nicht dass unsere Kinder alles dürfen und wir sie bei allem „um ihre Genehmigung fragen“. Beteiligung bedeutet nicht, die Verantwortung als KapitänInnen des Familienschiffes abzugeben, sonder eben diese Verantwortung wahrzunehmen, indem wir unsere Kinder in einem für sie förderlichen Maß einbinden, ermutigen und ihnen zu Selbstwirksamkeit verhelfen.


Die Partitipationsleiter


Die einzelnen Stufen:

"Roger HART (1992) in den USA und Wolfgang GERNERT (1993) in Deutschland haben versucht, verschiedene Stufen der Beteiligung, die von reiner Fremdbestimmung bis hin zur Selbstverwaltung reichen, zu unterscheiden. Die folgende Aufstellung versucht, diese beiden Modelle miteinander zu verbinden, und soll helfen, Projekte oder erlebte Beteiligungen einzuordnen und kritisch zu reflektieren" (Quelle)

  1. Fremdbestimmt: (z. B. kleine Kinder als Plakatträger auf einer Demonstration). Wenn Kinder angehalten werden, Dinge zu tun oder zu unterlassen, kann nicht von Beteiligung geredet werden. Sowohl Inhalte als auch Arbeitsformen und Ergebnisse eines Projektes sind hier fremddefiniert. Kinder haben dabei keine Kenntnisse der Ziele und verstehen deshalb die Aktionen selbst nicht.

  2. Dekoration: Kinder wirken auf einer Veranstaltung mit (z. B. Tanzen auf einer karitativen Show), ohne dass sie genau wissen, worum es eigentlich geht.

  3. Alibi-Teilnahme: Kinder nehmen z. B. an Konferenzen teil, haben aber nur scheinbar eine Stimme. Hierunter können Vereinsveranstaltungen, aber auch Kinderparlamente fallen.Die Kinder entscheiden jedoch selbst, ob sie das Angebot wahrnehmen oder nicht.

  4. Teilhabe: Bei dieser Stufe können Kinder über die bloße Teilnahme hinaus ein gewisses sporadisches Engagement der Beteiligung zeigen.

  5. Zugewiesen, aber informiert: Ein Projekt wird von Erwachsenen vorbereitet, die Kinder sind jedoch gut informiert, verstehen, worum es geht, und wissen, was sie bewirken wollen (z. B. bei Schulprojekten zu unterschiedlichsten Themen).

  6. Mitwirkung: Im Rahmen einer indirekten Einflussnahme können Kinder durch Fragebögen oder Interviews eigene Vorstellungen oder Kritik äußern. Bei der konkreten Planung und Umsetzung einer Maßnahme haben sie jedoch keine Entscheidungskraft.

  7. Mitbestimmung: Kinder werden tatsächlich in Entscheidungen miteinbezogen, was ihnen das Gefühl des Dazugehörens und der Mitverantwortung begründet vermittelt. Auch hier kommt die Idee des Projektes von Erwachsenen, alle Entscheidungen werden aber gemeinsam und demokratisch mit den Kindern getroffen.

  8. Selbstbestimmung: Ein Projekt wird nicht nur mit, sondern von Kindern oder Jugendlichen initiiert. In der Regel aus eigener Betroffenheit heraus wird eine Eigeninitiative entwickelt, die von Seiten engagierter Erwachsener unterstützt und gefördert werden kann. Die Entscheidungen fällen die Kinder oder Jugendlichen, die Erwachsenen werden eventuell beteiligt, tragen die Entscheidungen aber mit.

  9. Selbstverwaltung: Selbstorganisation z.B. einer Jugendgruppe. Die Gruppe hat dabei völlige Entscheidungsfreiheit über das Ob und Wie eines Angebotes. Entscheidungen werden Erwachsenen lediglich mitgeteilt.

 

Steuerrad "Sich Hilfe holen"

Vielen von uns fällt es schwer, sich Unterstützung zu holen. Oder einfach mal jemand zum reden. Das hat oft mit inneren Überzeugungen zu tun (mit Glaubenssätzen), die wir seit vielen Jahren mit uns herumtragen und die deswegen schwer zu überstimmen sind.

Zum Beispiel „Wer sich Hilfe holt, bekommt es alleine nicht hin. Ist ein Versager.“ oder „Ein richtiger Mann bekommt das alleine hin“ oder „Als Mutter oder Vater hat man die Erziehung im Blut. Das kommt dann von ganz alleine.“

Die Hemmschwelle ist hoch. Gerade was das Thema Familie und Erziehung betrifft kommt die Angst vor dem hinzu, was sich die anderen denken. Diese Glaubenssäte wegzubekommen, ist oft ein längerer Weg. Dafür haben wir jetzt keine Zeit.

Wenn unser Kopf weiß dass wir jetzt eigentlich mal wo Unterstützung holen wollen, sich dann aber diese innere Stimme meldet, können wir ihr vielleicht sagen „Jetzt ist Krise. Das ist eine Sondersituation. Da darf ich mir ruhig Hilfe holen.“

Und dann, wenn es ruhiger wird, können wir uns den Glaubenssätzen widmen. Denn Hilfe holen ist verantwortungsvoll. Oder kennt irgendjemand von uns ein Beispiel, in dem bei einem Verkehrsunfall mit Schwerverletzten keine Rettung gerufen wurde, weil „Richtige Männer das alleine hinbekommen“ oder „Weil was würden denn da die Nachbarn sagen“? Nein. Eben nicht. Weil es vollkommen normal ist Hilfe zu holen.

Lassen wir es auch in anderen Bereichen zu.

Anlaufstellen
142
	Telefonseelsorge, täglich von 0:00 bis 24:00 erreichbar
	www.telefonseelsorge.at
	
116 123
	Ö3 Kummernummer

147
	Rat auf Draht
	www.rataufdraht.at
	Auch für Eltern! www.elternseite.at

05 1776 100
	Plaudernetz
	Täglich von 12 bis 20 Uhr 
	fuereinand.at/plaudernetz
	
0800 500 156
	Corona Unterstützungs-Hotline
	www.generali.at/corona/

01/504 8000
	Helpline des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen

Siehe auch unter Links & Mehr.

 

Nein zu Gewalt

Krisen-Navi behandelt Konflikte.

Da gibt es eine große Bandbreite. Kleinere, eher sachliche Konflikte bis hin zu Streit, wo es auch mal lauter wird und eine Tür knallt.

Bei Gewalt ist eine klare Grenze erreicht.
Krisen-Navi bezieht klar Stellung gegen Gewalt.

Für viele ist Gewalt oft der einzige Lösungsweg um mit Stress, Krisen und Konflikt fertig zu werden. Diese Strategien sind oft von klein auf erlernt und so tief eingebrannt, dass ihnen mit Argumentation nicht beizukommen ist.

Wann immer sie Opfer, Täter oder Zeuge insbesondere körperlicher, aber auch psychischer und anderer Formen von Gewalt werden, gibt es klare Anlaufstellen. Bei Gefahr in Verzug gibt es die Notrufnummern. Hier ein kleiner Auszug an möglichen weiteren Anlaufstellen.

Anlaufstellen Polizei: 133 Rettung: 144 Frauenhelpline gegen Gewalt: 0800 222 555 - www.frauenhelpline.at Männernotruf: 0800 246 247 - www.maennernotruf.at Kinder & Jugendliche: Rat auf Draht 147 Wien, Kriseninterventionszentrum: Tel.: 01 4069595, Montag bis Freitag 10–17 Uhr Ambulanz zur Bewältigung von akuten psychosozialen Krisen. Telefonische, persönliche oder E-Mail-Beratung Online unter www.kriseninterventionszentrum.at. Mehr im Bereich Links & Mehr --> Telefonnummern & Anlaufstellen --> Anlaufstellen bei aktuen Krisen & Gewalt

Noch einmal weil es wichtig ist. Krisen-Navi versucht ansonsten urteilsfrei und bewertungsfrei zu arbeiten, Information und Wissen zur Verfügung zu stellen. Jeder nimmt sich mit was er oder sie brauchen kann. Beim Thema Gewalt bezieht Krisen-Navi klar Stellung. Wir mögen verstehen wie es zu Gewalt kommt, aber Gewalt ist nie in Ordnung.

 

Steuerrad "Vor dem Konflikt"

Das Fahrsicherheitstraining der Konflikte-Welt.

In ruhigen Zeiten können wir einüben, was wir in stürmischen Zeiten benötigen. Denn wenn das Auto erst mal schleudert, ist es zu spät für üben. Wir wollen hier versuchen, Themen und Ideen vorzustellen, die beim Thema Konflikte hilfreich sind. Dann entscheiden wir, wie tief jede(r) von uns in welches Thema eintauchen will.

Nützliches Wissen und Info
    Das Krokodilgehirn

      Im Krokodilgehirn (eigentlich Reptiliengehirn) sitzen unsere Notfallprogramme wie Flucht, Kampf oder Erstarrung. Es ist der älteste Teil unseres Gehirns. Aus einer Zeit als wir noch von Säbelzahntigern und Ähnlichem bedroht wurden. Je mehr Stress wir bekommen, desto stärker reagieren wir mit unserem Krokodilgehirn. Desto weniger helfen Argumente oder Nachdenken. Je mehr Stress wir bekommen, desto mehr nutzen wir jene Verhaltensweisen die tief eingebrannt sind. Das passiert ganz automatisch.

      Warum ist es hilfreich das zu wissen?

      Weil wir dann in einem Konflikt wissen, dass wir mit Argumenten schwerer durchkommen.
      Weil es uns dann leichter fällt, bestimmte Muster und Verhaltensweisen nicht persönlich zu nehmen.

    Bewältigungsstrategien (Coping)

      Jeder von uns hat eigene, lang erprobte und tief eingebrannte Bewältigungsstrategien.

      Das gilt zum einen für eine Krise so wie jetzt.

      Jeder geht anders damit um. Manchen versuchen mit Humor Zuversicht zu gewinnen, andere sind sehr wissbegierig, andere wieder nicht. Manchen hilft es sich mit sogenannten "Verschwörungstheorien" die Welt zu erklären, andere bleiben im konkreten Alltag und konzentrieren sich auf Haus und Garten und Struktur. Alles verschiedene Strategien um mit einer Situation fertig zu werden. Alles Strategien die im ersten Schritt nicht bewertet zu werden brauchen.

      Ein Beispiel:

      Womöglich sitzen wir gerade zu Hause und ärgern uns in letzter Zeit besonders oft, dass unserem Partner das alles so egal ist. Wie kann er/sie nur so gleichgültig sein und keinerlei Interesse zeigen. Dauernd beschäftig er/sie sich mit den Hobbys oder im Garten. Während wir hingegen den ganzen Tag vorm PC sitzen und recherchieren, Artikel lesen, uns schlau machen und versuchen uns gut auf das Kommende vorzubereiten. Und wir geraten in Konflikt weil wir uns nicht ernst genommen fühlen, oder nicht unterstützt oder ähnliches. Weil ganz einfach eines unserer Bedürfnisse nicht erfüllt wird. UNd dann entwickeln wir Gefühle wie Ärger, Zorn, Enttäuschung, Frust oder Ähnliches. Besürfnisse und Gefühle. Ja das wiederholt sich beim Krisen-Navi. Weil es als wesentlich erachtet wird.
      Wenn wir unsere unterschiedlichen Verhaltensweisen als unterschiedliche Strategien erkennen, um mit einer Krise umzugehen, fällt es uns plötzlich viel leichter, das Verhalten nicht mehr persönlich zu nehmen und gelassener darauf zu reagieren.
      Wir können es auch so sehen:
      Das Verhalten ist die beste Lösung die dem Menschen in der jeweiligen Situation zur Verfügung steht. Und zwar aus seiner/ihrer Sicht. Nicht aus unserer Sicht.

      Das gilt natürlich auch im Konfliktfall:

      Jeder hat seine Programme. Und diese zu kennen ist sehr hilfreich.
      Ein sehr schönes Beispiel findet sich im Podcast mit Frau Henz in dem sie beschreibt wie sich zwei Strategien gegenseitig immer weiter hochschaukeln können.
      Der eine der sich total gekränkt fühlt, wenn der ander nicht spricht mit ihm und daher dem anderen immer nachgeht und der andere der im Konflikt den Rückzug sucht und - eben - nicht spricht.

    "Die Palme" oder der "wunde Punkt"
      Fast jeder von uns hat einen oder mehrere.
      Der Wunde Punkt oder die Frage "Was bringt mich so richtig auf die Palme?"

      Oder anders formuliert: Was bringt mich so in Stress, dass ich mich meinem Krokodilgehirn nähere?

      Unsere wunden Punkte zu kennen ist sehr wichtig. Denn wenn wir sie im Konfliktfall erkennen, ist das der erste Schritt ihnen gelassener begegnen zu können.

Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation









Sich selbst gut kennen
    Was bringt mich auf die Palme?
    Wie tickt mein Krokodilgehirn?
    Wie bin ich drauf in einem Konflikt (Was sind meine Strategien, Muster, ...)?
    Was hilft mir in einem Konflikt und wo könnte ich das herbekommen?

    Wenn wir dieses Wissen bei uns haben, kann es helfen einen Konflikt zu entschärfen.

Den anderen gut kennen (Partner, Kinder, Eltern, ...)
    Was bringt den anderen auf die Palme?
    Wie tickt deren Krokodilgehirn?
    Wie sind die anderen drauf in einem Konflikt (Was sind Strategien, Muster, ...)?
    Was hilft den anderen in einem Konflikt und was davon kann ich leisten und was nicht? Wo könnten die das herbekommen?

    Wenn wir dieses Wissen bei uns haben, kann es helfen einen Konflikt zu entschärfen.

 

Steuerrad "Im Konflikt"


Vereinfacht gesagt müsste dieses Fenster leer sein.


Warum?

Weil im Konflikt automatische Dinge passieren. Dazu gibt es viel Wissenschaft und viele Erklärungen.
Verhaltensmuster die wir von klein auf erlernt haben oder schlimme Erlebnisse, die plötzlich wieder gegenwärtig sind, usw.

Wenn es soweit ist, dass der Konflikt, der Streit, der Stress kommt, dann ist keine Zeit mehr, dass wir uns einen Internet-Artikel googlen oder ein Buch aufschlagen und uns dann mal schlau machen wie wir uns zu verhalten haben.
Das ist wie mit dem Fahrsicherheitstraining beim Auto. Das machen wir auch in einer ruhigen Zeit und nicht dann wenn wir in eine gefährliche Situation kommen.
Das Lernen von Verhalten hat entweder vorher statt gefunden oder kann nachher statt finden (für den nächsten Konflikt).


Was machen wir nun mit dieser Seite?

Sinnvoll scheint es, eine Art Notfall-Prozedur vorzuschlagen.
So wie beim Erste Hilfe Kurs.
Dort lernen wir z.B. Sichern - Alarmieren - Ersthilfe leisten.


Krisen-Navi schlägt für Konflikte Folgendes vor:

"Alltäglicher" Konflikt:
    Ein alltäglicher Konflikt, bei dem keine gefährlichen Situationen drohen.
    Den können wir versuchen zu entschärfen oder zu lösen.
    Wir erinnern uns an die die wir vorbereitet haben (siehe Steuerrad "Vor dem Konflikt") und versuchen diese umzusetzen.

Nicht lösbarer Konflikt oder wiederkehrender Konflikt:
    Wir holen Unterstützung - zum Beispiel bei den zahlreichen Hotlines.

Gefahr in Verzug:
    Wir rufen Polizei und/oder Rettung.

 

Steuerrad "Nach dem Konflikt"

Nach einem Konflikt braucht es Versöhnung. Dafür gibt es unterschiedliche Begriffe und Sichtweisen. Der gemeinsame Nenner: Es braucht Versöhnung.

Warum?
Kritisch wird es dort wo Menschen in ihrer Würde angegriffen oder herabgesetzt werden und dort wo die Beziehung zwischen zwei Menschen beschädigt ist. Es geht dann um die Wiederherstellung der Beziehung oder die Wiederherstellung der Würde (vergleiche dazu „Wiedergutmachungsprozesse“ nach dem Ansatz der Neuen Autorität). Die Gewaltfreie Kommunikation etwa versucht von vornherein diese Verletzungen der Würde oder der Beziehung zu vermeiden, indem sie
  • auf Giraffensprache statt Wolfsprache (z.B. immer, nie, dauernd, ...) setzt
  • auf die Trennung von Person und Handlung
  • und auf eine Selbst-Reflexion anstelle von Schuldzuweisungen.

Wann?
Sie kann erst geschehen, wenn wir nicht mehr im Krokodil-Modus sind. Siehe Steuerrad „Vor dem Konflikt“. Und sie hat nicht immer unmittelbar zu erfolgen, wenn es hilfreich ist. Einem Kind etwa Druck zu machen bei einer Entschuldigung führt meist zu erneutem Stress oder zu halbherzigen Entschuldigungen.

Wie?
Wie Versöhnung oder Wiederherstellung konkret geschehen kann, ist sehr vielfältig und hängt von mehreren Faktoren ab. Manche von uns haben nie gelernt Konflikte zu besprechen und verfolgen die Strategie „totschweigen“. Hier wird es schwieriger als wenn jemand gelernt hat, darüber zu sprechen. Andererseits kann bei kleineren Alltagskonflikten eine einfache kleine Geste ausreichen um Wiedergutmachung zu leisten.

Ein Beispiel
    So kann unser Kind, wenn es zu beschämt ist etwas zu sagen, weil es unsere Vase demoliert hat, plötzlich sein Zimmer aufräumen um zu zeigen dass es ein „braves“ Kind ist. Wenn wir diese Geste als Geste der Wiedergutmachung erkennen, können wir das Gespräch behutsam eröffnen oder einfach auch nur die Geste unseres Kindes in Worte fassen, zum Beispiel so: „Ich sehe dass Du Dein Zimmer aufgeräumt hast und ich finde es ist sehr schön aufgeräumt. Ich habe das Gefühl Du willst mir damit zeigen dass Du Dein Verhalten von gestern wieder gutmachen willst - als Du die Vase kaputt gemacht hast. Ist das so?“ (Kind nickt womöglich). „Ich habe das Gefühl es tut dir leid und für mich ist damit die Sache erledigt.“ Eine abschließende Umarmung kann folgen.

Im Idealfall sprechen wir darüber und können einander sagen ob noch etwas offen ist oder ob der Konflikt für uns erledigt ist. Womöglich können wir sogar etwas für das nächste Mal mitnehmen. Es gilt für das Thema „Nach dem Konflikt“ das gleiche wie für „Im Konflikt“. Im Idealfall haben wir schon im Vorfeld geklärt, was wir nach einem Konflikt jeweils brauchen, um den Konflikt gut abschließen zu können. Individualität und Vielfalt sind hier wichtig.

Ein Beispiel
    Ist es wirklich immer notwendig dass sich jeder auch mal zuerst entschuldigt? Oder sind das Glaubenssätze? Dahinter steht doch meist der Satz „Der der sich zuerst entschuldigt, gibt zu dass er im Unrecht war“, was eigentlich eine Fortsetzung des Konfliktes ist. Wenn ein Paar für sich die Lösung findet, dass zwar immer der eine Teil den ersten Schritt macht, der andere dann aber gleich 3 Schritte und das für beide so in Ordnung ist – warum nicht?


 

Das Krokodilgehirn

--- in Arbeit ---

 

Coping

--- in Arbeit ---

 

Was bringt uns auf die Palme?

--- in Arbeit ---

 

Steuerrad "Versöhnung"

--- in Arbeit ---

 

Steuerrad "Verstehen wollen"

Wir kennen die Sätze "Die Welt mit den Augen des anderen sehen" oder "Try walking in my shoes".

3 Schritte auf dem Weg zum Verstehen wollen:
    Zuhören.
    Fragen stellen.
    Das Wissen dass die andere Person ihre eigene Wirklichkeit lebt. Nicht meine.

Zwei wichtige Gedanken dazu.

Erster Gedanke
    Gesagt ist nicht gehört.
    Gehört ist nicht verstanden.
    Verstanden ist nicht einverstanden.

    Mehr...

      Wir ärgern uns doch alle, wenn uns der andere mal wieder nicht versteht.
      Damit wir einander Verstehen können, braucht es Miteinander reden. Zuhören.
      Also Kommunikation.

      Kommunikation bedeutet immer auch Verlust von Informationen.

        Wir übersetzen unser Inneres (Gedanken, Gefühle, Bedürfnisse) in Sprache (mit und ohne Worte) oder Verhalten. Dabei geht Information verloren. Es gibt kein perfektes Wort für das was wir fühlen.

        Dann schicken wir diese Nachricht. Dabei geht Informationen verloren. (Weil z.B. es laut ist, der andere abgelenkt ist, wir zu schnell sprechen oder anderes).

        Dann wird das was ankommt, vom anderen wieder übersetzt. Von Sprache in sein oder ihr Inneres. Dabei geht Information verloren.

      Das was wir also mitteilen wollen, wird nie zu 100% beim Gegenüber ankommen.
      Das klingt jetzt vielleicht traurig. Es hilft uns auf alle Fälle sehr, wenn wir das wissen. Weil wir uns dann nicht so sehr ärgern wenn uns der andere mal wieder nicht versteht.

Zweiter Gedanke

    Jeder lebt in seiner eigenen Welt.
    Die Wissenschaft nennt das Konstruktivismus.
    Bei Pippi Langstrumpf heisst das „Ich mach mir die Welt, wiedewiedewie sie mir gefällt...“

    Ein Beispiel:

    Ein Apfel ist ein Apfel. Da sind wir uns meistens einig.
    Dann aber beginnen die Unterschiede.
    Für uns bedeutet der Apfel gesunde Nahrung für unser Kind, das wir beschützen und kräftigen wollen.
    Für unser Kind bedeutet ein Apfel womöglich "Dieses Obst, dass ich essen muss, bevor ich Schokolade bekomme."
    1 Apfel. 2 Welten.

Wenn wir wissen, dass wir alle in einer eigenen Welt leben und wenn wir wissen wie sehr sich der andere angestrengt hat uns seine Welt zu erklären, dann ärgern wir uns weniger.
Wir wollen verstehen. 

 

Steuerrad "Wahrnehmen"


Krisen-Navi will den Begriff Wahrnehmen aus zwei Richtungen betrachten.


Variante 1: Wahrnehmen im Sinne von sehen und gesehen werden, Aufmerksamkeit, Raum geben ...
    Wahrnehmen – für „Wahr nehmen“
    In seiner Persönlichkeit, mit seinen Bedürfnissen und Gefühlen wahrgenommen, gesehen werden.

    Dazu zwei Gedankengänge:

    Für "wahr" nehmen
    Lassen wir uns für einen Moment daruf ein, das was die Person denkt, fühlt, will, argumentiert usw. für wahr zu nehmen. Es für die unumstößliche einzige Wirklichkeit halten. Uns – so wie beim Steuerrad „Verstehen wollen“ voll und ganz auf die Wirklichkeit der anderen Person einlassen. Damit geben wir Raum und wenn Dinge sein dürfen, dann können sie sich wandeln. Wenn Zorn sein darf, kann er sich wandeln. (Entscheidend ist wie wir mit Zorn umgehen).
    
    Wenn Ärger, Frust, Trauer und alles andere sein darf, können sie sich wandeln. Natürlich gibt es Grenzen. Und zwar dabei wie damit umgegangen wird. Gewalt zum Beispiel.
    
    
      Ein Beispiel: Zwei Kinder. Sie streiten. Einer ärgert sich und sagt „Ich schlag ihn. Ich schlag ihn so viel! Ich hasse ihn so!“ Unser Reflex könnte sein „Nein sicher nicht. Wir schlagen keine anderen Kinder. Schlagen ist nicht ok. Das darfst du nicht“. Unser Reflex kommt aus eigenen Überzeugungen, anerzogenen Regeln und Verhaltensweisen oder Regeln der Gruppe, des Dorfes der Gesellschaft in der wir leben. Mit diesem Reflex vermitteln wir womöglich das mit dem Kind etwas nicht in Ordnung ist, weil es was Verbotenes will. Es ist nicht ok so wie es ist. Wir könnten auch so reagieren: „Du bist richtig sauer, gell? Warum willst du ihn schlagen?“ In diesem Moment signalisieren wir, dass wir ihn verstehen wollen, seine Welt sehen wollen. Verstehen wollen bedeutet nicht Recht geben. Es bedeutet nicht dass wir Gewalt erlauben. Das kann alles in einem zweiten Schritt erfolgen. Wir trennen also das Gefühl davon „wir wir mit ihm umgehen wollen (Strategie). Alles andere (Gegenargument, Unverständnis, Sorge, Ärger, ... unsere Weltansicht) kann in einem zweiten Schritt erfolgen.
    Für wahr nehmen und verstehen wollen sind zwei Seiten derselben Medaille.

    Das Wunder der ungeteilten Aufmerksamkeit
    Was ist das "Wunder der ungeteilten Aufmerksamkeit"?
    
    Ungeteilt bedeutet nicht stundenlang. Es können zwei Minuten sein. 
    Ungeteilte Aufmerksamkeit bedeutet nicht unseren Kindern alles zu erlauben und Narzissten groß zu ziehen. 
    Wir können den ganzen Vormittag damit verbringen, unsere Aufgaben nicht zu schaffen weil wir ständig unseren Kindern erklären müssen dass es jetzt eben nicht geht.
    
    Wenn wir es aber schaffen dass uns die Wäsche in der Waschmaschine oder der Chef im Video Call gerade wirklich - wirklich egal sind und wir einzig und allein wirklich - wirklich verstehen wollen was unser Kind gerade bewegt, dann passiert das Wunder. Wir können verstehen und das Gefühl und das Bedürfnis anerkennen. Und oft wird allein das genügen. Oder wir können mit unserem Kind ausmachen wann wir diesbezüglich etwas machen werden, je konkreter desto besser. Und wenn unser Kind dann spürt dass es gesehen wird und es weiß wann es wieder mit uns rechnen kann, dann war das ein Schritt vorwärts.
    
    Wenn wir dabei auf die Uhr sehen, haben wir es vergeigt. Dann waren wir nicht im Moment ;)
    Ja in der Praxis ist das nicht so einfach und ja wir werden weiterhin die Nerven wegschmeißen.
    
    Am Wunder der ungeteilten Aufmerksamkeit ändert das nichts.
    
    



Variante 2: Biologisches, physikalisches, soziales, Wahrnehmungsfilter, Wahrnehmungsfehler, ...
    Zu diesem Thema gibt es sehr viel interessantes Wissen. Krisen-Navi streift hier ein paar Blickwinkel, die uns sehr helfen können.

    Blickwinkel 1: Sinneskanäle
    Wahrnehmung können wir uns mit den Sinneskanälen vorstellen. Wir nehmen wahr in dem wir schmecken, riechen, hören, fühlen und sehen.
    Und schon hier beginnen die Unterschiede zwischen uns Menschen. Der eine ist ein Hören-Typ (Auditiver Typ). Er/Sie ist besonders aufmerksam und aufnahmebereit wenn es über diesen Kanal geht. Ein anderer ist ein Sehen-Typ (visueller Typ) und es geht besser über bildhafte Sprache.
    
    Ein Beispiel:
    „Schauen sie, ich habe einfach den großen Wunsch xy zu machen“
    „Hören sie, ich habe einfach den großen Wunsch xy zu machen“
    Je nachdem welcher Typ wir sind, wirken diese Sätze unterschiedlich, weil unterschiedliche Sinneskanäle angesprochen werden.
    
    Wobei hilft uns das? Dabei zu erkennen, dass jede(r) die Welt anders wahrnimmt.
    

    Blickwinkel 2: Wahrnehmungsfilter
    Je nach Denkschule werden hier verschiedene Filter unterschieden. Von neurologischen über kulturelle bis hin zu sozialen.
    Krisen-Navi belässt es bei einem Beispiel: Die Hundepfeife. Unser Hund hört sie. Wir nicht. Unser Körper/Ohr/Gehirn gibt uns diesen Ton nicht. Obwohl er existiert. Der Hund hört ihn ja. Wir nehmen also nicht die gesamte Wirklichkeit wahr. Wir nehmen einen kleinen Ausschnitt dessen wahr, was uns als Wirklichkeit umgibt. Bei der Hundepfeife ist es noch für jeden Menschen ähnlich oder gleich. Bei sozialen oder persönlichen Filtern ist das, was jede(r) einzelne wahrnimmt, oft sehr unterschiedlich.
    
    „Unser Gehirn tendiert zu Vereinfachungen und Abkürzungen, um die Komplexität des Lebens beherrschen zu können. Wir können mit unseren fünf Sinnen pro Sekunde bis zu 11 Mio. Bits an Informationen aufnehmen – bewusst verarbeiten wir etwa 40 Bits. Durch dieses bewusste und unbewusste Filtern, unserer selektiven Wahrnehmung, konzentrieren wir uns also auf für uns subjektiv wichtige Aspekte und schaffen uns so unser ganz eigenes Bild der Welt.“ (Quelle)
    
    

    Blickwinkel 3: Wahrnehmungsfehler
    Davon gibt es viele. Hier ein sehr erfrischendes, kurzes Video zu einigen davon. Gut verständlich erklärt.
    

    Blickwinkel 4: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte
    krisen-navi
    
    krisen-navi
    
    


    Und was bringen uns jetzt all diese Blickwinkel?

    Wollen wir es einmal sehr frech formulieren: Bei all dem, was wir bis hierher gelesen oder gehört haben ist es doch manchmal schlicht ein Wunder wie gut wir uns verstehen ;)

    Spätestens jetzt erkennen wir, warum so oft so wenig von dem, was wir mitteilen wollten, beim Gegenüber ankommt.

    Oder wir wundern uns weniger darüber, warum ein(e) andere(r) einen für uns so offensichtlichen Zustand „anderes sehen“, also anders wahrnehmen kann.

    Das entspannt. Wir nehmen weniger persönlich, unser Ego braucht sich nicht unnötig aufplustern, wir erkennen, dass es ganz einfach unterschiedliche Perspektiven gibt. Und aus einer solchen Haltung können wir viel klarer und unaufgeregter unsere Anliegen, Ziele, Wünsche, Bedürfnisse etc. mit unserer Umwelt, unserer Familie, unserem Partner aushandeln.

 

Steuerrad "In der Rolle bleiben"


Wenn wir uns durch „Verstehen wollen“ und „Wahrnehmung“ auf Augenhöhe mit unseren Kindern begeben und uns voll und ganz auf ihre Welt einlassen, ist es wichtig unsere Rolle als Erwachsene, als Kapitäne des Familienschiffes im Hinterkopf zu behalten bzw. uns diese Rolle anschließend wieder bewusst zu machen.


Die Botschaft dahinter kann sein:

„Ich sehe dich und nehme dich wahr. Du bist mir wichtig. Ich nehme alle Informationen, Bedürfnisse, Gefühle, Wünsche usw. und werde dann als Erwachsener eine Entscheidung treffen, die ich für die bestmögliche für alle Beteiligten halte. Das ist meine Verantwortung als Erwachsener und diese Verantwortung übernehme ich gerne. Es ist ok wenn Du mit meiner Entscheidung nicht einverstanden bist. Wir können nicht immer einverstanden sein.

 

Steuerrad "Fragen stellen"

"Fragen stellen" zieht sich durch das gesamte Krisen-Navi.
Vom Wahrnehmen bis zum Konfliktverhalten.
Fragen stellen kann Wunder wirken.

Fragen stärken die Beziehung
    Wann immer wir antworten, beziehen wir Stellung. Deine Welt. Meine Welt. Gegenüber (Bildlich gesprochen). Im schlimmeren Fall gegeneinander. Wenn wir eine Frage stellen, stehen wir (bildlich gesprochen) nebeneinander und wollen einander verstehen. Wir tauchen in die Sichtweise des anderen ein, wir gehen in Beziehung. Wir müssen ja nicht einverstanden sein. Aber Verstehen hilft.

Wer fragt der führt
    Ein Leitsatz aus der Gesprächsführung. Sehr hilfreich.
    Können wir auch umformulieren zu "Wer fragt zeigt Interesse" oder "Wer fragt geht in Beziehung".

Fragen bringen Zeit – und Ideen
    Gerade wenn es um den Alltag mit unseren Kindern geht, sind oft ein paar Sekunden Gold wert. Mama, darf ich Rad fahren? Papa, darf ich naschen? und so weiter... Im Alltag, den wir oft nur gut schaffen, weil wir im Akkord Entscheidungen treffen, tappen wir so oft in die „Falle der sofortigen Antwort“

      "Papa, darf ich naschen?"
      "Nein, du hast heute schon."
      "Aber ich wiiiiiilllll."
      Zack. Kind schreit. Konflikt fertig.

      Oder:

      "Mama, darf ich Radfahren?"
      "Nein, das geht sich heute nicht mehr aus. Spiel drinnen." (Weil wir in der Sekunde wissen, dass wir unser Kind noch nicht alleine fahren lassen (wir haben noch Angst), wir aber keine Zeit haben es zu begleiten, weil es schon fast 18 Uhr ist und wir schon das Abendessen herrichten und danach gehen wir nicht mehr raus.)
      "Ich will aber Radfahren!!"
      Zack. Kind schreit. Konflikt fertig.

    Mit der einen oder anderen Frage gewinnen wir Zeit (um gut nachzudenken), nehmen unser Kind – und sein Bedürfnis ernst (Fragen stellen = Interesse) und können dann immer noch eine gute Entscheidung treffen.

      "Papa, darf ich naschen?"
      "Aha. Hast du Lust auf Süßes?"
      "Ja."
      "Und hast du heute schon was genascht? Überlegen wir doch mal gemeinsam."
      usw.

    Das klingt vielleicht banal oder auch übertrieben (das nimmt jede(r) anders wahr), aber die Frage nach Naschen oder Radfahren wird ja gestellt, um ein Bedürfnis abdecken zu können, sei es Hunger, Gusto, Bewegung, Langeweile beseitigen oder was auch immer. Eine direkte negative Antwort hat das große Risiko die Botschaft „Du und dein Bedürfnis sind nicht ok“ zu vermitteln. Eine negative Antwort, der ein Verstehen und würdigen des Bedürfnisses und der Frage vorangeht, minimiert dieses Risiko. Ja das kostet im Alltag Zeit. Oft aber sparen wir damit genau diese Zeit wieder ein, weil sich anschließende Konflikte verkürzen.

      "Mama, darf ich Radfahren?"
      "Radfahren? Das ist ja spannend, wie bist du denn da jetzt drauf gekommen?"
      "So halt."
      "Wieso willst du das denn? Weil dir langweilig ist oder weil du dich bewegen magst oder..."
      "Ich will herumdüsen!"
      "Das versteh ich. Bewegung muss sein. Du pass auf, es ist so. Wenn du Rad fährst muss ich auch raus. Weil ich trau mich noch nicht dich alleine fahren zu lassen. Und ich kann jetzt gerade nicht raus. Weil ich mach schon Abendessen. Fällt dir irgendwas hier drinnen ein, wo du dich bewegen kannst?"
      "Nein. Ich wiiiiill Radfahren!!"
      "Ich weiß. Das geht halt heute nicht mehr. Ich mach dir einen Vorschlag: Ich will mich auch bewegen. Was hältst Du davon wenn Du dir Turnübungen überlegst und mir die dann vormachst. Und ich muss die dann nachmachen. Würde dir das Spaß machen?"
      "Nein. Ich wiiiiill Radfahren!!"
      "Überleg es Dir. Radfahren kann ich Dir heute nicht mehr anbieten. Die Turnübungen schon. Das geht sich aus. Das Angebot gilt bis zum Abendessen."
      "Bäh!" (Unser Kind geht wütend). (Womöglich kommt es auch ein paar Minuten später mit einer Turnübung zurück).

    Jeder Mensch ist anders und jede Situation ist anders. Es gibt sicher auch viele Situationen, in denen ein klares aber liebvolles NEIN hilfreicher ist, weil sich unser Kinde dann auskennt. Punkt. Der gleichbleibende Nenner ist in beiden Fällen die Wahrnehmung des dahinterliegenden Bedürfnisses. Diese kann auch nachträglich, nach einem klaren Nein, erfolgen.

    Und es gibt Situationen in denen unsere Kinder vielleicht auch den ganzen Tag Sachen fragen, die sie ohnehin nie (oder noch nicht) dürfen (mit der Axt Brennholz machen, Feuer machen, Hammer und Nägel ausborgen, und so weiter). Da kann es sein, dass eine Serie von NEIN genau das ist was unser Kind braucht, weil es merkt, dass bestimmte Dinge gleich bleiben, auch wenn Krise ist. Corona hin Corona her, Feuer machen darf ich trotzdem noch nicht alleine. Sowas kann auch Sicherheit geben. Ein NEIN ist niemals zwangsläufig abwertend, laut, böse oder sonst wie gemeint. Ein NEIN kann liebevoll sein. Darüber entscheidet die innere Haltung.

 

Steuerrad "Humor"

--- in Arbeit ---

 

Steuerrad "Beziehungsgesten"

--- in Arbeit ---

 

Gewaltfreie Kommunikation

"Die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) ist ein Konzept, das von Marshall B. Rosenberg entwickelt wurde. Es soll Menschen ermöglichen, so miteinander umzugehen, dass der Kommunikationsfluss zu mehr Vertrauen und Freude am Leben führt. GfK kann in diesem Sinne sowohl bei der Kommunikation im Alltag als auch bei der friedlichen Konfliktlösung im persönlichen, beruflichen oder politischen Bereich hilfreich sein. Im Vordergrund steht nicht, andere Menschen zu einem bestimmten Handeln zu bewegen, sondern eine wertschätzende Beziehung zu entwickeln, die mehr Kooperation* und gemeinsame Kreativität im Zusammenleben ermöglicht. Manchmal werden auch die Bezeichnungen „Einfühlsame Kommunikation“, „Verbindende Kommunikation“, „Sprache des Herzens“ oder „Giraffensprache“ verwendet." (Quelle)

Bekannt ist die Gewaltfreie Kommunikation auch durch:
  • Giraffensprache und Wolfsprache
  • Die 4 Schritte Beobachtung-Gefühl-Bedürfnis-Konkrete Bitte
  • Methode zur Konfliktlösung
  • Empathietraining



Die Gewaltfreie Kommunikation wird aus meiner Sicht oft missverständlich oder irreführend eingesetzt und bewertet.

  • Das geschieht dann, wenn Menschen glauben, mit ihr ein Werkzeug gefunden zu haben, mit dem sie andere Menschen dazu bringen können, so zu funktionieren wie sie das wollen. Aus meiner Sicht geht es eben nicht darum an anderen herum zu schrauben, sondern wenn dann an sich selbst.

  • Oft werden auch die 4 Schritte zu militärisch umgesetzt, zu streng, zu engstirnig. Dabei wird vergessen, dass es im ersten Schritt um die Verbindung zwischen Menschen, um Empathie geht.

  • Zudem ist die Gewaltfreie Kommunikation aus meiner Sicht ein Konzept, das langer und eingehender Übung Bedarf.

Eine sehr gute Beschreibung der Gewaltfreien Kommunikation mit Beispielen und Listen findet sich hier:


 

Das innere Team

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4 Seiten einer Nachricht

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Sachebene / Beziehungsebene

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Verbal / Nonverbal

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Steuerrad "Konlikt-Werkzeuge"

Stellen wir uns eine Werkzeugkiste vor. In dieser haben wir viele Werkzeuge. Und je nach Bedarf oder Konflikt holen wir das für uns passende Werkzeug (oder Tipp) raus und versuchen es einzusetzen.
    Auch hier gilt:
    Wenn ich zum ersten mal einen Schraubenzieher verwende, könnte es sein dass es noch nicht so ganz klappt.
    Wenn ich zum ersten mal versuche Person und Handlung zu trennen, könnte es sein dass es noch nicht so ganz klappt.
    Übung macht den Meister!

Werkzeuge (Tipps):

    Trennung von Person und Handlung

      Mögliche Botschaft: "Dich mag ich. Das was Du gerade tust, ärgert mich, bringt mich auf die Palme."
      Haltung dahinter: Wir können Handlungen in Frage stellen, sollen das aber nicht mit der Person tun.
      Das hilft:
      -> Uns, damit wir nicht generalisieren und auch positives wahrnehmen können.
      -> Dem/der anderen, Kritik auch annehmen zu können.

      Anmerkung: Diese Haltung lässt sich an mehreren Orten finden, z.B. in der Gewaltfreien Kommunikation oder auch im Podcast mit Frau Henz.


    Ich-Botschaften
      Eher Sätze verwenden wie "Ich erlebe", "Mich ärgert, wenn", "Es kränkt mich, dass" statt Sätze wie "Du bist...", "Du hast...". Noch schlimmer sind Sätze wie "Immer machst du..."
      Mit Ich-Botschaften teilen wir uns mit, statt Vorwürfe zu signalisieren. Ich Botschaften ermöglichen uns eher, Verantwortung für unsere Gefühle und Bedürfnisse zu übernehmen. Ich-Botschaften ermöglichen dem Gegenüber eher mit uns zusammen zu arbeiten.

      Anmerkung: In Nicht-Konflikt-Gesprächen können zu viele Ich-Botschaften negativ wirken. Wer hört schon gerne jemandem zu, der nur von sich redet.


    Keine Verallgemeinerungen
      Vermeiden wir Worte wie immer Immer, nie, schon wieder, dauernd, nur, ...
      Sie verhindern die Trennung von Person und Handlung bzw. konkreter Situation
      Siehe dazu auch im BLOG


    Fragen stellen
      Das Steuerrad "Fragen stellen" kennen wir vom Anker Beziehung. Es hilft uns auch in Konflikten. Fragen stellen bedeutet Interesse am Gegenüber zeigen und bedeutet die Botschaft "Es interessiert mich. Du interessierst mich. Du bist mir wichtig. Auch oder gerade im Konflikt."

      Zum Beispiel Sätze wie "Was ärgert dich gerade so sehr?" oder "Weißt du warum es dich so ärgert"

      Oder Fragen um das Gesagte zu wiederholen, um sicher zu gehen. "Hab ich dich richtig vertanden, dass Du dich ärgerst wenn ich während unseres Gespräches in den Fernseher schaue, weil du dann das Gefühl hast dass du mir egal bist?"

      Bitte keine Fragen wie "Warum bist du so blöd?" Das ist natürlich nicht gemeint ;)


    Verstehen wollen
      Auch das Steuerrad "Verstehen wollen" kennen wir vom Anker Beziehung. Es hilft uns auch in Konflikten.
      Auch wenn es uns in Konflikten vielleicht schwerer fällt, den anderen wirklich verstehen zu wollen.


    Wahrnehmen
      Auch das Steuerrad "Wahrnehmen" kennen wir vom Anker Beziehung. Es hilft uns auch in Konflikten. Gerade bei Kindern sind Konflikte oft ein Ausdruck, gesehen werden zu wollen.

      Achtung Falle: Wenn wir unseren Kids vorwiegend in Konflikten Aufmerksamkeit geben, werden die Konflikte nicht abnehmen ;) Niemand von uns macht das absichtlich. Aber gerade in Krisenzeiten kann es sein, dass einfach nicht genug Zeit ist und wir ständig hinten nach sind. Und wir uns dann mit den Kindern gerade dann beschäftigen wenn sie mal wieder streiten.


    Die Kupplung treten
      "Die Kupplung treten", "mal runter vom Gas", eine Auszeit vom Konflikt nehmen, sich mal aus dem Weg gehen, ...

      Wir kühlen ab, wir kommen raus aus dem Krokodilgehirn...Außer gerade das Sich-aus-dem-Weg-gehen bringt den Partner so richtig auf die Palme. Dann wird es komplizierter...

      Wichtig ist, den Konflikt dann zu lösen und ihn nicht im Raum stehen zu lassen.


    Spielregeln
      Im Idealfall haben wir uns schon Spielregeln ausgemacht, die wir einhalten wollen, wie zum Beispiel:

      Einen Rückzugsraum: Ein Türschild dass wir umdrehen können und das der/die Andere respektiert. Wir nehmen uns eine Auszeit.

      Ein Code-Wort: Wenn einer der Beteiligten sagt "Ananas", weiß jeder dass es eine kleine Pause braucht.

      Oder ein Codewort "Auslüften". Dann weiß jeder dass 10 Minuten Pause ist und der andere spazieren geht.

      Reizworte vermeiden. Dazu machen wir uns in ruhigen Zeiten aus, welche Worte oder Sätze wir im Streit eher vermeiden wollen. Vielleicht bekommt jeder 3 solche Joker. Beispiele könnten sein: "Du und Deine Opferhaltung", "Du bist wie Dein Vater / Deine Mutter", "Rücksichtsloser Egoist", ... Bei den Reizworten ist es wichtig, in einer ruhigen Phase zu klären, warum es Reizworte sind. Denn da liegt weiterhin Konfliktpotential. Wir dürfen uns dafür gerne Hilfe holen. Denn das fällt sozusagen unter "Wiederkehrender Konflikt".

 

Bedürfnispyramide nach Maslow


"Als der Psychologe Abraham Maslow Mitte des vergangenen Jahrhunderts seine Bedürfnispyramide vorstellte, propagierte er damit eine neue Sichtweise menschlicher Sehnsüchte. Mutig stemmte sich Maslow gegen den Zeitgeist, der Bedürfnisse als ärgerlich, irritierend und unerwünscht verbannte. Seine Gegenthese lautete: Indem der Mensch sich Bedürfnisse erfüllt, erreicht er einen hohen Grad an Reife, Gesundheit und Selbsterfüllung.

Maslow formulierte zwei Arten und sechs Kategorien von Bedürfnissen. Die Befriedigung der drei niedrigeren Bedürfniskategorien (»Defizitbedürfnisse «) Grund- oder Existenzsicherung, Sicherheit und sozialer Anschluss, führt nach Maslow zu Zufriedenheit, die der höheren Bedürfniskategorien (»Wachstumsbedürfnisse «) Anerkennung, Selbstverwirklichung und Transzendenz zu tieferem Glück. »Selbstverwirklichende Menschen, Menschen also, die einen hohen Grad der Reife, Gesundheit und Selbsterfüllung erreicht haben, können uns so viel lehren, dass sie manchmal fast wie eine andere Rasse menschlicher Wesen erscheinen.«

Jeder Bedürfniskategorie ordnete Maslow eine große Menge passender Bedürfnisbegriffe zu. Unter Grund- und Existenzbedürfnisse fallen beispielsweise Nahrung, Wärme und Bewegung, unter Anerkennung die Bedürfnisse Wertschätzung, Respekt und viele weitere. Maslow postulierte, dass Menschen sich erst dann höheren Bedürfnissen zuwenden, wenn alle niedrigeren Bedürfnisse gleichzeitig erfüllt und ausreichend Zeiträume zur Befriedigung weiterer Bedürfnisse vorhanden seien. Die Bedürfnispyramide wurde deshalb nicht nur in der humanistischen Psychologie (Maslows Arbeitsfeld), sondern auch in der Verkaufspsychologie als Erklärungsmodell sehr populär.

Dass Menschen auf eine strikt lineare Weise ihre Bedürfnisse befriedigen, wurde später allerdings auch zum Hauptkritikpunkt an Maslows »Pyramide «. Ihm wurde entgegen gehalten, dass sich im Rahmen des Modells nicht befriedigend erklären lässt, warum Menschen bereit sind für eine Gruppe zu sterben oder warum in manchen Gesellschaften das Wohl der Gruppe über dem des Einzelnen steht. Nur in Kulturen mit westlich-industrialisiertem Statusdenken und ausgeprägtem Individualismus habe die Bedürfnispyramide einen Aussagewert." (Quelle)

 

Steuerrad "Vorlage"

--- in Arbeit ---

 

Homepage-Logbuch"

Hier werden größere Änderungen an der Homepage dokumentiert, so gut es geht.

13.06.2020: Version 038

    Neuer BLOG-Eintrag


29.05.2020: Version 037

    NEU: Gefühle und Bedürfnisse bei Beziehung
    NEU: Bedürfnispyramide nach Maslow
    NEU: Gewaltfreie Kommunikation
    Update Impressum/Datenschutz zu YouTube
    Neuer BLOG-Eintrag


25.05.2020: Version 036

    Update Humor bei Beziehung
    Update der Konzept-Vorlage
    Neuer BLOG-Eintrag


22.05.2020: Version 035

    Update "Fragen stellen" bei Beziehung
    Neuer BLOG-Eintrag


19.05.2020: Version 034

    Neuer BLOG-Eintrag


15.05.2020: Version 033

    Neuer BLOG-Eintrag


14.05.2020: Version 032

    Update "Nach dem Konflikt" bei Konfliktverhalten
    Neuer BLOG-Eintrag


11.05.2020: Version 031

    Neuer BLOG-Eintrag


10.05.2020: Version 030

    Neuer BLOG-Eintrag


09.05.2020: Version 029

    Neuer BLOG-Eintrag


08.05.2020: Version 028

    Update Beteiligung bei Gemeinsam stark
    Neuer BLOG-Eintrag


07.05.2020: Version 027

    Update Selbstwirksamkeit bei Gemeinsam stark
    Neuer BLOG-Eintrag


06.05.2020: Version 026

    Update Ressourcen bei Gemeinsam stark
    Update bei Links & Mehr
    Neuer BLOG-Eintrag


05.05.2020: Version 025

    Neuer BLOG-Eintrag


04.05.2020: Version 024

    Neuer BLOG-Eintrag


03.05.2020: Version 023

    Neuer BLOG-Eintrag


02.05.2020: Version 022

    Neuer BLOG-Eintrag


01.05.2020: Version 021

    Neuer BLOG-Eintrag


30.04.2020: Version 020

    Neuer BLOG-Eintrag


29.04.2020: Version 019

    Update Beziehungsgesten bei Beziehung
    Neuer BLOG-Eintrag


28.04.2020: Version 018

    Update In der Rolle bleiben bei Beziehung
    Update Hotlines bei Links & Mehr
    Neuer BLOG-Eintrag


27.04.2020: Version 017

    Update Wahrnehmen bei Beziehung
    Neuer BLOG-Eintrag


26.04.2020: Version 016

    Neuer BLOG-Eintrag


25.04.2020: Version 015

    Update Links & Mehr. Zusätzliche Materialien, Links, Nummern, ...
    Neuer BLOG-Eintrag


24.04.2020: Version 014

    Neuer BLOG-Eintrag


23.04.2020: Version 013

    Update Anker Konfliktverhalten
    Update Steuerrad Vor dem Konflikt
    Update Steuerrad Im Konflikt
    Neu: Steuerrad Konflikt-Werkzeugkiste
    Neuer BLOG-Eintrag


22.04.2020: Version 012

    Neuer BLOG-Eintrag


21.04.2020: Version 011

    Neuer BLOG-Eintrag


20.04.2020: Version 010

    Neuer BLOG-Eintrag


19.04.2020: Version 009

    Update Startseite
    Update Anker Beziehung
    Update Steuerrad Verstehen wollen
    Neuer BLOG-Eintrag


18.04.2020: Version 008

    Update Links & Mehr
    Neuer BLOG-Eintrag


17.04.2020: Version 007

    Update Anker Konfliktverhalten
    Neue Infoseite "Nein zu Gewalt" beim Anker Konflikverhalten
    Neuer BLOG-Eintrag


16.04.2020: Version 006

    Neuer BLOG-Eintrag


15.04.2020: Version 005

    Neuer BLOG-Eintrag


14.04.2020: Version 004

    Neues Fenster "Steuerrad Zuversicht"
    Neuer BLOG-Eintrag


13.04.2020: Version 003

    Neuer BLOG-Eintrag


12.04.2020: Version 002

    Neues Fenster "Steuerrad Wissensvermittlung (bei Anker Sicherheit)"
    Neuer BLOG-Eintrag
    Erste Links im Menü Links


11.04.2020: Krisen-Navi geht online

    Version 001





 

Krisen-Navi Logbuch (BLOG)

Ein richtiges Schiff braucht ein Logbuch. Oder einen BLOG wie es heute heißt. Was passiert hier? Das Krisen-Navi durchforstet das Internet für Euch und gibt kurze knappe Infos, die hoffentlich noch Platz haben im dichten Alltag. Das Krisen-Navi achtet dabei darauf dass die Infos zu den 4 Ankern passen.

Sommer 2020 (13.06.2020)
Der BLOG ist umgezogen!

Hier der Link zum aktuellen Artikel.

Gefühle und Bedürfnisse (29.05.2020)
Krisen-Navi war fleissig!

NEU:   bei  Beziehung
NEU:  
NEU:  

Einfach reinschauen!

Humor (25.05.2020)
Krisen-Navi war fleissig! Beim Anker  Beziehung wurde das Steuerrad  vervollständigt!

Einfach reinschauen!

Neues zum Steuerrad "Fragen stellen" (22.05.2020)
Das Steuerrad "Fragen stellen" ist fertig! Trommelwirbel! :)

"Fragen stellen" zieht sich durch das gesamte Krisen-Navi.
Vom  Wahrnehmen bis zum  Konfliktverhalten.
Fragen stellen kann Wunder wirken.

Fragen stärken die Beziehung
    Wann immer wir antworten, beziehen wir Stellung. Deine Welt. Meine Welt. Gegenüber (Bildlich gesprochen). Im schlimmeren Fall gegeneinander. Wenn wir eine Frage stellen, stehen wir (bildlich gesprochen) nebeneinander und wollen einander verstehen. Wir tauchen in die Sichtweise des anderen ein, wir gehen in Beziehung. Wir müssen ja nicht einverstanden sein. Aber Verstehen hilft.
Wer fragt der führt
    Ein Leitsatz aus der Gesprächsführung. Sehr hilfreich. Können wir auch umformulieren zu "Wer fragt zeigt Interesse" oder "Wer fragt geht in Beziehung".
Fragen bringen Zeit – und Ideen
    Gerade wenn es um den Alltag mit unseren Kindern geht, sind oft ein paar Sekunden Gold wert. Mama, darf ich Rad fahren? Papa, darf ich naschen? und so weiter... Im Alltag, den wir oft nur gut schaffen, weil wir im Akkord Entscheidungen treffen, tappen wir so oft in die „Falle der sofortigen Antwort“
      "Papa, darf ich naschen?" "Nein, du hast heute schon." "Aber ich wiiiiiilllll." Zack. Kind schreit. Konflikt fertig. Oder: "Mama, darf ich Radfahren?" "Nein, das geht sich heute nicht mehr aus. Spiel drinnen." (Weil wir in der Sekunde wissen, dass wir unser Kind noch nicht alleine fahren lassen (wir haben noch Angst), wir aber keine Zeit haben es zu begleiten, weil es schon fast 18 Uhr ist und wir schon das Abendessen herrichten und danach gehen wir nicht mehr raus.) "Ich will aber Radfahren!!" Zack. Kind schreit. Konflikt fertig.
    Mit der einen oder anderen Frage gewinnen wir Zeit (um gut nachzudenken), nehmen unser Kind – und sein Bedürfnis ernst (Fragen stellen = Interesse) und können dann immer noch eine gute Entscheidung treffen.
      "Papa, darf ich naschen?" "Aha. Hast du Lust auf Süßes?" "Ja." "Und hast du heute schon was genascht? Überlegen wir doch mal gemeinsam." usw.
    Das klingt vielleicht banal oder auch übertrieben (das nimmt jede(r) anders wahr), aber die Frage nach Naschen oder Radfahren wird ja gestellt, um ein Bedürfnis abdecken zu können, sei es Hunger, Gusto, Bewegung, Langeweile beseitigen oder was auch immer. Eine direkte negative Antwort hat das große Risiko die Botschaft „Du und dein Bedürfnis sind nicht ok“ zu vermitteln. Eine negative Antwort, der ein Verstehen und würdigen des Bedürfnisses und der Frage vorangeht, minimiert dieses Risiko. Ja das kostet im Alltag Zeit. Oft aber sparen wir damit genau diese Zeit wieder ein, weil sich anschließende Konflikte verkürzen.
      "Mama, darf ich Radfahren?" "Radfahren? Das ist ja spannend, wie bist du denn da jetzt drauf gekommen?" "So halt." "Wieso willst du das denn? Weil dir langweilig ist oder weil du dich bewegen magst oder..." "Ich will herumdüsen!" "Das versteh ich. Bewegung muss sein. Du pass auf, es ist so. Wenn du Rad fährst muss ich auch raus. Weil ich trau mich noch nicht dich alleine fahren zu lassen. Und ich kann jetzt gerade nicht raus. Weil ich mach schon Abendessen. Fällt dir irgendwas hier drinnen ein, wo du dich bewegen kannst?" "Nein. Ich wiiiiill Radfahren!!" "Ich weiß. Das geht halt heute nicht mehr. Ich mach dir einen Vorschlag: Ich will mich auch bewegen. Was hältst Du davon wenn Du dir Turnübungen überlegst und mir die dann vormachst. Und ich muss die dann nachmachen. Würde dir das Spaß machen?" "Nein. Ich wiiiiill Radfahren!!" "Überleg es Dir. Radfahren kann ich Dir heute nicht mehr anbieten. Die Turnübungen schon. Das geht sich aus. Das Angebot gilt bis zum Abendessen." "Bäh!" (Unser Kind geht wütend). (Womöglich kommt es auch ein paar Minuten später mit einer Turnübung zurück).
    Jeder Mensch ist anders und jede Situation ist anders. Es gibt sicher auch viele Situationen, in denen ein klares aber liebvolles NEIN hilfreicher ist, weil sich unser Kinde dann auskennt. Punkt. Der gleichbleibende Nenner ist in beiden Fällen die Wahrnehmung des dahinterliegenden Bedürfnisses. Diese kann auch nachträglich, nach einem klaren Nein, erfolgen. Und es gibt Situationen in denen unsere Kinder vielleicht auch den ganzen Tag Sachen fragen, die sie ohnehin nie (oder noch nicht) dürfen (mit der Axt Brennholz machen, Feuer machen, Hammer und Nägel ausborgen, und so weiter). Da kann es sein, dass eine Serie von NEIN genau das ist was unser Kind braucht, weil es merkt, dass bestimmte Dinge gleich bleiben, auch wenn Krise ist. Corona hin Corona her, Feuer machen darf ich trotzdem noch nicht alleine. Sowas kann auch Sicherheit geben. Ein NEIN ist niemals zwangsläufig abwertend, laut, böse oder sonst wie gemeint. Ein NEIN kann liebevoll sein. Darüber entscheidet die innere Haltung.

Podcast zu Konfliktverhalten (19.05.2020)
Anbei ein sehr spannendes Gespräch zum Thema Konflikte und Konfliktverhalten, in dem auch einiges drinnen ist, was bei Krisen-Navi schon vorgekommen ist!

Tag der Familie (15.05.2020)
Krisen-Navi wünscht trotz allem und gerade deswegen einen schönen Tag der Familie!

Anbei zwei Links: Ein Appell an die Politik von Christian Moser (SOS-Kinderdorf) und ein Mutmacher-Gespräch mit Gerald Hüther.

Steuerrad "Nach dem Konflikt" (14.05.2020)
Nach einem Konflikt braucht es Versöhnung. Dafür gibt es unterschiedliche Begriffe und Sichtweisen. Der gemeinsame Nenner: Es braucht Versöhnung.

Warum? Kritisch wird es dort wo Menschen in ihrer Würde angegriffen oder herabgesetzt werden und dort wo die Beziehung zwischen zwei Menschen beschädigt ist. Es geht dann um die Wiederherstellung der Beziehung oder die Wiederherstellung der Würde (vergleiche dazu „Wiedergutmachungsprozesse“ nach dem Ansatz der Neuen Autorität). Die Gewaltfreie Kommunikation etwa versucht von vornherein diese Verletzungen der Würde oder der Beziehung zu vermeiden, indem sie
  • auf Giraffensprache statt Wolfsprache (z.B. immer, nie, dauernd, ...) setzt
  • auf die Trennung von Person und Handlung
  • und auf eine Selbst-Reflexion anstelle von Schuldzuweisungen.
Wann? Sie kann erst geschehen, wenn wir nicht mehr im Krokodil-Modus sind. Siehe Steuerrad „Vor dem Konflikt“. Und sie hat nicht immer unmittelbar zu erfolgen, wenn es hilfreich ist. Einem Kind etwa Druck zu machen bei einer Entschuldigung führt meist zu erneutem Stress oder zu halbherzigen Entschuldigungen.
Wie? Wie Versöhnung oder Wiederherstellung konkret geschehen kann, ist sehr vielfältig und hängt von mehreren Faktoren ab. Manche von uns haben nie gelernt Konflikte zu besprechen und verfolgen die Strategie „totschweigen“. Hier wird es schwieriger als wenn jemand gelernt hat, darüber zu sprechen. Andererseits kann bei kleineren Alltagskonflikten eine einfache kleine Geste ausreichen um Wiedergutmachung zu leisten.
Ein Beispiel
    So kann unser Kind, wenn es zu beschämt ist etwas zu sagen, weil es unsere Vase demoliert hat, plötzlich sein Zimmer aufräumen um zu zeigen dass es ein „braves“ Kind ist. Wenn wir diese Geste als Geste der Wiedergutmachung erkennen, können wir das Gespräch behutsam eröffnen oder einfach auch nur die Geste unseres Kindes in Worte fassen, zum Beispiel so: „Ich sehe dass Du Dein Zimmer aufgeräumt hast und ich finde es ist sehr schön aufgeräumt. Ich habe das Gefühl Du willst mir damit zeigen dass Du Dein Verhalten von gestern wieder gutmachen willst - als Du die Vase kaputt gemacht hast. Ist das so?“ (Kind nickt womöglich). „Ich habe das Gefühl es tut dir leid und für mich ist damit die Sache erledigt.“ Eine abschließende Umarmung kann folgen.
Im Idealfall sprechen wir darüber und können einander sagen ob noch etwas offen ist oder ob der Konflikt für uns erledigt ist. Womöglich können wir sogar etwas für das nächste Mal mitnehmen. Es gilt für das Thema „Nach dem Konflikt“ das gleiche wie für „Im Konflikt“. Im Idealfall haben wir schon im Vorfeld geklärt, was wir nach einem Konflikt jeweils brauchen, um den Konflikt gut abschließen zu können. Individualität und Vielfalt sind hier wichtig.
Ein Beispiel
    Ist es wirklich immer notwendig dass sich jeder auch mal zuerst entschuldigt? Oder sind das Glaubenssätze? Dahinter steht doch meist der Satz „Der der sich zuerst entschuldigt, gibt zu dass er im Unrecht war“, was eigentlich eine Fortsetzung des Konfliktes ist. Wenn ein Paar für sich die Lösung findet, dass zwar immer der eine Teil den ersten Schritt macht, der andere dann aber gleich 3 Schritte und das für beide so in Ordnung ist – warum nicht?

Ein Monat (11.05.2020)
Vor genau einem Monat ist Krisen-Navi online gegangen und hat seither täglich einen Blog-Eintrag veröffentlicht. Regelmäßige Routine schafft Sicherheit. Die Sondersituation durch Corona dauert schon länger, bald sind es zwei Monate. Teilweise befinden wir uns auf dem Weg zurück und teilweise sind die Auswirkungen noch gar nicht bekannt. 

Wie geht es mit Krisen-Navi weiter?

Es geht selbstverständlich weiter. Es wird weiterhin regelmäßige BLOG-Einträge geben. Nicht mehr täglich, aber regelmäßig. Auch der Facebook-Kanal wird weiter betrieben. Krisen-Navi wird weiter entwickelt, Ideen gibt es genug. Ein außergewöhnlicher Sommer steht an und dann kommt ein Herbst, der wohl auch seine Eigenheiten haben wird. 

Krisen-Navi wünscht allen einen guten Start in die neue Woche!
Fokussieren wir uns auf das Beeinflussbare, auf unsere Ressourcen und die unserer Lieben, auf das Gemeinsame statt auf das Trennende!

Muttertag (10.05.2020)
Krisen-Navi wünscht allen Müttern dieser Welt einen schönen Muttertag!

Krisen-Navi wünscht Müttern außerdem...
  • Partner an die Seite die ihre Rollenbilder zu Lasten ihres Egos und zu Gunsten der gemeinsamen Kinder ständig hinterfragen. Männlichkeit wird dadurch nicht weniger, sie definiert sich über reflektierte Haltung.
  • Eine Gesellschaft die sich ändernde Rollenbilder und Vielfalt Schritt für Schritt integriert, ohne dabei aus Ängstlichkeit in alte Schubladen zu verfallen. Leben ist Veränderung.
  • Eine Politik, die alle Mütter und insbesondere die Alleinerziehenden unterstützt, ohne dabei in Klischees zu verfallen.
  • Ein Umfeld, in dem das Gemeinsame über das Trennende gestellt wird.
krisen-navi

Material zum Wochenende (09.05.2020)
Krisen-Navi hat fürs Wochenende wieder die tollen LEO Ideen für euch gesammelt!

Zum Basteln

Zum Nachmachen: Musik

Ein Comic

Zum Kochen

Zum Lesen

Witze

Steuerrad Beteiligung (08.05.2020)
Beteiligung, Selbstwirksamkeit und Ressourcen hängen eng zusammen.

Beteiligung bedeutet, dass wir Kinder und Jugendliche in die Entscheidungen die sie betreffen mit einbeziehen. In einer Krise wie jetzt können wir unsere Kinder stärken, indem wir sie dort wo sie ihre Ressourcen haben, möglichst so mit einbeziehen (beteiligen), das sie möglichst viele Erfolgserlebnisse haben und ihre Selbstwirksamkeit stärken.

Beteiligung ist ein Kinderrecht: „Jedes Kind hat das Recht, in allen Belangen die es betrifft, seine Meinung zu sagen. Diese Meinung muss dem Alter und der Reife des Kindes entsprechend berücksichtigt werden (Art. 12 der Kinderrechskonvention).“ (Quelle)


krisen-navi


Warum ist es so wichtig Beteiligung aktiv zu betreiben?
    Weil wir aus einer früheren Gesellschaft kommen in denen Kinder kaum mit einbezogen wurden und es heute aber besser wissen. Solche Änderungsprozesse dauern und deshalb ist es wichtig Beteiligung aktiv zu üben und zu betreiben. Es ist uns vielleicht noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen.
Kann es zu viel Beteiligung geben?
    Krisen-Navi sagt Ja. Je nach Persönlichkeit und Entwicklungsstand unserer Kinder ist es wichtig die Aufgaben und die Entscheidungen in bewältigbaren Dosierungen zu übertragen.
Beteiligung kann auf verschiedene Weise und in vielen Situationen erfolgen. Und sie kann verschieden hoch oder auch nur scheinbar vorhanden sein. Ein sehr bekanntes Modell dazu ist die Partizipationsleiter nach Roger Hart (siehe Steuerrad Beteiligung). Einige Beispiele:
  • Wir fragen unsere Kinder was sie gerne zum Mittagessen hätten, entscheiden dann aber alleine.
  • Unser 16-jähriger Sohn kocht sich alleine etwas. Wir haben ihm dazu die „Befugnis“ erteilt und ihn sogar ermutigt.
  • Wir machen einen Ausflug und lassen unsere Kinder zwischen 3 Varianten wählen
  • Wir wollen einen Ausflug machen. Wir diskutieren das gemeinsam mit den Kindern und entscheiden dann nach einfacher Mehrheit.
  • Die neuen Vorhänge im Kinderzimmer mit aussuchen oder sogar alleine aussuchen
  • HTL oder Lehre? Früher gab es da oft keine Wahl für Kinder. Und kein "gefragt werden". Heute ist das wohl anders.
Beteiligung bedeutet nicht dass unsere Kinder alles dürfen und wir sie bei allem „um ihre Genehmigung fragen“. Beteiligung bedeutet nicht, die Verantwortung als KapitänInnen des Familienschiffes abzugeben, sonder eben diese Verantwortung wahrzunehmen, indem wir unsere Kinder in einem für sie förderlichen Maß einbinden, ermutigen und ihnen zu Selbstwirksamkeit verhelfen.

Steuerrad Selbstwirksamkeit (07.05.2020)
Was ist Selbstwirksamkeit?

Auch hier gäbe es Vieles zu berichten. Krisen-Navi versucht es immer möglichst handhabbbar auf den Punkt zu bringen. Hier und hier steht dazu: "Unter Selbstwirksamkeit (self-efficacy beliefs) versteht die kognitive Psychologie die Überzeugung einer Person, auch schwierige Situationen und Herausforderungen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können. Geprägt wurde der Begriff von dem amerikanischen Psychologen Albert Bandura."

Das klingt jetzt wie ein Widerspruch zu "gemeinsam stark", muss es aber nicht sein. "Aus eigener Kraft" schliesst Solidarität nicht aus. Wir können Selbstwirksamkeit verstehen als Überzeugung, dass wir Ressourcen in uns haben, die uns helfen werden.


Wie kann Selbstwirksamkeit gestärkt werden?

Zum einen ist das natürlich ein längerer Prozess. Kurzfristig und auch in einer Krise gibt es dennoch Möglichkeiten: Nach Bandura gibt es 4 Einflussfaktoren, die je nach Quelle leicht anders benannt werden. Ein Faktor sind Erfolgserlebnisse/Eigene Erfahrungen. Siehe zum Beispiel hier.

    Wenn wir die Ressourcen kennen Wenn unser Kind (oder auch wir) diese Ressourcen nutzen können um kleine oder große Erfolgserlebnise zu haben (siehe die Beispiele Blödelbeauftragte oder Fake-News-Beauftragte beim Steuerrad Ressourcen) Dann können wir diese Selbstwirksamkeit auch oder gerade in einer Krise trainieren und somit stärken. Dazu brauchen wir dann noch Beteiligung. Also das bewusste "Machen lassen" in einem definierten Rahmen. Siehe dazu Steuerrad Beteiligung. "Eigene Erfahrungen haben den wichtigsten Einfluss auf die Ausbildung der Selbstwirksamkeit. Das Erlebnis, durch eigene Anstrengungen ein Ziel zu erreichen, bewirkt, dass man sich auch in Zukunft für fähig halten wird, schwierige Aufgaben zu bewältigen." (Stangl, W. (2020). Stichwort: 'Selbstwirksamkeit'. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik. WWW: https://lexikon.stangl.eu/1535/selbstwirksamkeit-selbstwirksamkeitserwartung/ (2020-05-06))
Selbstwirksamkeit hängt zusammen mit dem Resilienzkonzept: "Selbstwirksamkeit durch Kohärenz: Menschen erleben vor allem dann Selbstwirksamkeit, wenn Herausforderungen als kohärent – das bedeutet stimmig – angesehen werden. Kohärenz empfinden wir immer dann, wenn wir eine Aufgabe oder Situation als verstehbar, handhabbar und sinnhaft wahrnehmen. Wenn einer dieser drei Aspekte fehlt, ist es viel mühsamer oder kaum möglich, die Herausforderung zu bewältigen. Deswegen macht es Sinn vor Veränderungen oder neuen Projekten zu klären, ob man sie für sich selbst als kohärent wahrnimmt. Falls die Antwort negativ ausfällt, sollte hinterfragt werden, ob die eigene Einstellung oder die Bedingungen so geändert werden können, dass Kohärenz entsteht." Quelle Selbstwirksamkeit hängt zusammen mit Positiver Psychologie: "Selbstwirksamkeit durch Stärkenarbeit: Die Forschung zu Positiver Psychologie rund um Martin Seligman belegt, dass Menschen aufgrund der Nutzung ihrer individuellen Charakterstärken leistungsfähiger und zufriedener werden. Wer nämlich seine eigenen Stärken kennt, einsetzt und trainiert, gewinnt immer mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und damit Selbstwirksamkeit. Die Universität Zürich führt ein Langzeitstudienprojekt zu den Charakterstärken durch, in dessen Rahmen mit einem Fragebogen die wichtigsten eigenen Stärken ermittelt werden können. Solche Charakterstärken sind stabil und zeichnen sich dadurch aus, dass man ihre Anwendung nicht als anstrengend, sondern als selbstverständlich empfindet. Deswegen ist es auch einfach, eigene Charakterstärken immer besser auszubilden, indem man sie vielfach anwendet. Zur Förderung der Selbstwirksamkeit sucht man sich am besten diejenigen Aufgaben, die ein hohes Maß der eigenen Stärken erfordern." Quelle

Steuerrad Ressourcen (06.05.2020)

Kein Mensch kann alles! Aber jeder kann was!

Zu Ressourcen gibt es auch sehr viel Wissenschaft, Einteilungen, Klassifizierungen und mehr. Krisen-Navi beschäftigt sich hier vor allem mit den menschlichen Ressourcen. Mit Fähigkeiten, Kenntnissen, Erfahrungen, Talenten, Neigungen, Stärken – und mit Schwächen. Schwächen? Ja, denn eine vermeintliche Schwäche kann durch einen anderen Blickwinkel plötzlich zu einer Stärke werden. Anders formuliert: Stärken und Schwächen sind keine Ressourcen. Ressourcen sind das was wir können. Und jeder kann was. Der eine kann gut kochen, der andere laut schreien, der nächste kann sich wunderbar Sorgen machen, wieder ein anderer ist kreativ, bei der nächsten ist es der Humor und so weiter. Ob es sich dabei um Stärken oder Schwächen handelt, hängt vom Kontext ab. Ein Beispiel:
    Ein Mensch mit Humor als Ressource. Als zuversichtlicher Elternteil in der Krise. Top! Als Clown im Zirkus. Top! Als Redner auf einem Begräbnis. Mutig bis riskant.
Sogar unerwünschtes Verhalten kann eine Ressource sein. Womöglich geht unser Kind so mit der Situation um dass es dauernd nur herumblödelt. Weil es halt anders nicht umzugehen weiß mit Unsicherheit und Angst. Und uns könnte dieses dauernde Herumblödeln wirklich, wirklich nerven. Das darf es auch. Gleichzeitig kann es auch eine Ressource sein. Weil wir wissen wie wichtig Humor und Gute Laune sind in einer solchen Situation.
Beispiel: Herumblödeln
    Wir können unser Kind zum Offiziellen Gute Laune Beauftragten ernennen oder zur Blödelbeauftragten. Und es darf uns ganz offiziell einmal am Tag für so und so viele Minuten „beblödeln“. Tanzen, singen, Witze erzählen. So bringt plötzlich unser Kind die ganze Familie zum Lachen, wir haben eine ritualisierte Pause und unser Kind erlebt sich als selbstwirksam. Es hat seinen Teil dazu beigetragen. Vielleicht kann es sogar ein Witzebuch haben und einmal am Tag Oma und Opa anrufen und ihnen einen Witz erzählen? Als Blödelbeauftragter ist man hervorragend für so etwas geeignet. Unsere Angst dass unser Kind dann vollkommen überdreht könnte sich auch ins Gegenteil verkehren. Es könnte auch sein, dass es weniger herumblödeln braucht, sobald es offizielle(r) Blödelbeauftragte(r) ist.
Beispiel: Fake-News Beauftragte
    Unsere jugendliche Tochter, die ohnehin gern im Internet surft (und sich oft mal Sorgen macht), könnte doch uns allen helfen, indem sie einmal am Tag die schrägste Fake-News präsentiert. Damit sind ihre Bedürfnisse bedient, gleichzeitig lernt sie nicht alles zu glauben was im Netz steht UND sie hilft ihrer Familie!
Jeder kann was! Wollen wir doch schauen welche Ressourcen jedes Familienmitglied einbringen kann! Krisen-Navi hat hier ein tolles Spiel gefunden, in dem es auch um Ressourcen und Gefühle und Stärkung geht! Ressourcen sind eng verknüpft mit dem Konzept der Salutogenese oder auch der positiven Psychologie. Beim Blick auf Ressourcen wenden wir den Blick ab von Defiziten und dem was wir alles nicht können und wir fokussieren auf das hilfreiche, unterstützende, dienliche – auf das was wir können.

Ressourcen (05.05.2020)
"Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, ist nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt."
Henry David Thoreau

Krisen-Navi schreibt gerade am Thema Ressourcen - in Kürze online!

Vielfalt. Teil 2 von 2 (04.05.2020)
Sein oder nicht sein, das war schon bei Hamlet die Frage.

Was wir sind oder nicht sind definiert sich derzeit oft aufgrund mancher Handlung wie es scheint. So sind Mütter die ihr Kind schon in den Kindergarten geben, obwohl sie noch zu Hause sind, Rabenmütter. „So was macht man doch nicht“, „Lieblos“, „Die macht es sich aber leicht“ und so weiter schallt es da durchs Land. Hinter solchen Aussagen stehen oft eigene Bedürfnisse oder Glaubenssätze die wir von klein auf eingeübt haben.

Ist eine solche Mutter nun eine Rabenmutter? Und warum schreibe ich nur von Müttern? Jede Situation ist anders. Jeder Mensch tickt anders. Und so kann es dass wir unserem Kind mit dem Kindergarten Sicherheit und Beziehung vermitteln. Dass es durch den Besuch des Kindergartens wieder gewohnte Strukturen und so etwas wie „Normalität“ erleben kann und dadurch gestärkt wird. Dass es endlich seine Freunde wieder sehen kann und dadurch gestärkt wird. Und gleichzeitig kann es Kinder geben, die Mama und Papa (oder Mama und Mama oder Papa und Papa) noch brauchen, die mit dem allen noch nicht so zu recht kommen und denen es gut tut, noch daheim zu sein. Vielfalt eben. 

Krisen-Navi will es mal ganz frech formulieren. Wenn ein Kind eigentlich den Kindergarten wieder bräuchte und wir es aber daheim behalten, weil wir glauben „So gehört sich das“, handeln wir unseren Glaubenssätzen entsprechend und nicht entsprechend den Bedürfnissen unseres Kindes. Sind dann nicht eher wir die Rabeneltern? Muss nicht sein. Wenn das daheim bleiben im Sinne der Gemeinschaft ist. Aber gerade hier sollten wir als Erwachsene den Kleinsten unserer Gesellschaft die meisten Freiheiten einzuräumen versuchen.

Ob wir Rabenväter und Rabenmütter sind entscheidet sich nicht durch das, was andere von uns denken. So schwer das manchmal auch auszuhalten ist.

Vielfalt. Teil 1 von 2 (03.05.2020)
Jeder Mensch tickt anders. Jede Situation ist anders.

Das ist die Herausforderung bei all den Tipps und Ratschlägen, die zu finden sind. Dass es zum passenden Tipp und zum  „Wie“  auch immer den richtigen Zeitpunkt und den richtigen Ort braucht. Und dass jeder Mensch anders auf einen solchen Tipp anspricht.
Das Gute ist, das es schon vieles gibt, das immer wieder vorkommt, egal in welcher Broschüre, auf welcher Seite. Zum Beispiel der Fokus auf Positives. Im Folder von AKH und MedUni Wien steht dazu: „Fokussieren Sie auf Positives. Der Fokus auf positive Inhalte beruhigt und stabilisiert. Sprechen Sie mit Bezugspersonen und achten Sie auf positive Gesprächsinhalte." 
Krisen Navi hat dazu die Übung „Sonnenstrahlen sammeln“ empfohlen.
Aber auch hier gibt es den richtigen Zeitpunkt. Wenn unser Kind gerade furchtbar traurig ist, weil es wieder nicht in den Kindergarten kann, dann kann diese Übung nach hinten losgehen. Weil wir dann unser Kind und seine Trauer nicht ernst nehmen. Zunächst also braucht es Raum für die Trauer und die Übung mit den Sonnenstrahlen passt gut in eine „neutralere“ Situation. Oder sie passt auch gerade in diese Situation, nachdem wir der Trauer ihre Berechtigung gegeben haben.

Ein anderes Beispiel:

Kinder aktiv aufklären und mit Wissen versorgen oder eher passiv abwarten?
Diese Seite  empfiehlt „Sie sollten warten, bis Ihr Kind Sie anspricht, denn es wird in der Grundschule und im Kindergarten früh genug damit konfrontiert.“
Diese Seite empfiehlt „Tipp #1: Das Kind aktiv ansprechen“

Da können wir schon durcheinander kommen. Aber so ist das bei verallgemeinernden Tipps. Denn im Grunde sind sich die beiden Artikel dann gar nicht so uneins. Der erstere meint meiner Ansicht nach dass es wichtig ist Kinder nicht zu bedrängen und sie zum Reden zu zwingen. Sie nicht zu überfordern, ihnen Zeit und Raum zu geben zum Sprechen. Der andere bezieht sich auf Kinder die nur einen kleinen „Anstupser“ in Form einer Frage brauchen, damit sie darüber sprechen können. 

Der gemeinsame Nenner ist in folgendem Artikel sehr gut formuliert: „Empfehlen Sie einen offenen und eher schonungslosen Dialog oder würden Sie eine solch direkte Konfrontation vermeiden, um beispielsweise keine Panik bei den Kindern zu erzeugen?
Es ist wichtig, dass man das an das Kind anpasst. Jedes Kind hat einen individuellen Informationsbedarf, gleichzeitig aber auch ein Recht darauf, informiert zu sein. Man muss darauf schauen, wie viel es überhaupt wissen möchte. Was dem Kind guttut, wissen die Eltern in der Regel am besten.“

Material zum Wochenende (02.05.2020)
Krisen-Navi hat fürs Wochenende wieder die tollen LEO Ideen für euch gesammelt!

LEO Ideen
Und als Nachtrag zu gestern noch das Sorgenfresser-Lied

Ernst nehmen und beruhigen - Wie? - Teil 2 (01.05.2020)
Krisen-Navi wünscht einen schönen Feiertag!
Gestern ging es um das WIE beim Ernst nehmen. Heute suchen wir die WIEs beim Beruhigen.
Wie können wir unsere Kinder beruhigen?

Stress regulieren
    Angst und Sorge erzeugen Stress. Stress gehört abgebaut bzw. reguliert. Zum Beispiel durch körperliche Aktivität. Sport, tanzen und und und. Oder auch mal durch eine angenehme Kopfmassage von der Mama oder dem Papa. Oder vielleicht braucht es mal ein richtiges Schreiduell wenn das alle aushalten können. Weil der Ärger raus muss (Aber halt nach den Regeln der Erwachsenen, damit nix schief geht). Oder durch einen richtig ruhigen Nachmittag. Stress können wir veranschaulichen und regulieren. Da gab es schon ein gutes Beispiel in diesem Artikel (BLOG vom 22.04.2020)
HeldInnen-Geschichten erzählen
    "Sie könnten Ihrem Kind auch HeldInnen-Geschichten erzählen. Berichten sie von Krankenschwestern oder ÄrztInnen, WissenschaftlerInnen oder ApothekerInnen, die sich für andere einsetzen und einen Impfstoff entwickeln und somit helfen, den Ausbruch zu stoppen. Wir alle können HeldInnen sein und dazu beitragen das Virus zu bekämpfen, indem wir uns an die Maßnahmen halten." (Quelle) (Das ist wie die Suche nach den Sonnenstrahlen (siehe ))
Sorgenfresser
    „Ängste entsorgen“. Wie funktioniert das? Wir machen die Angst zunächst sichtbar. Indem wir sie aufschreiben oder unser Kind zeichnet sie auf. Dann wird der Zettel "entsorgt". Dazu gibt es sogar eine eigene Homepage: www.sorgenfresser.com
Sorgenfresser-Alternativen
    Etwas Ähnliches können wir uns sicher auch selber basteln oder wir finden eine andere Alternative. Beispiel: Einfach ein Kuvert in das wir die Sorgenzettel stecken und dann kommt das Kuvert in den Mistkübel oder in den Schredder wenn wir einen haben Beispiel: Womöglich hat unser Kind einen Lieblingslaster beim Spielzeug mit dem wir die Sorgenzettel auf eine Mülldeponie fahren können?
Anschaulich erklären
    Nehmen wir 100 Gramm Reis. Und dann davon ungefähr 0,3 oder 0,5 Gramm weg. Ja richtig. So wenig... das ist die Menge an Menschen in Österreich die sich bisher angestekct haben (cirka). Sooooo wenig. Das kann unser Kind beruhigen. Warum wir dann so vorsichtig sein müssen? Weil es wichtig ist dass immer nur ein kleiner Teil angesteckt ist. Damit wir uns um die wenigen die es brauchen gut kümmern können. Wir können auch ein Tortendiagramm zeichnen oder Legosteine nehmen oder den Sand in der Sandkiste.
Zuversicht
    An unserer eigenen Zuversicht arbeiten (siehe )
Selbstwirksamkeit
    Es kann sehr beruhigend sein, wenn wir noch einmal besprechen, wie einfach wir uns schützen können. Händewaschen. Abstand. Richtig Niesen. usw...
Ernst nehmen
    Ernst nehmen. Viele der gestern genannten Dinge helfen auch dabei, unsere Kinder zu beruhigen.

Ernst nehmen und beruhigen - Wie? (30.04.2020)
Krisen-Navi will sich heute wieder einmal dem „Wie“ widmen.

Einer der meist gefundenen Tipps in diesen Tagen lautet in etwa "Nehmen Sie die Sorgen und Ängste Ihres Kindes ernst. Beruhigen Sie ihr Kind." Da denken sich womöglich einige von uns "Toller Tipp. Da wär ich ja selber NIE drauf gekommen... Gibt es auch Vorschläge, WIE wir das tun können?"

Versuchen wir ein paar WIEs zu sammeln...

Visualisieren
    Allgemein hat das mit einer inneren Haltung zu tun, die wir einnehmen können. Die Steuerräder Verstehen wollen und Wahrnehmen beschäftigen sich damit. Konkret können Rituale dabei helfen. Visualisierungen.. Ein Beispiel: Wir können uns für 3 Sekunden vorstellen, wie der Familienkapitän, also wir, von der Brücke runter kommt und sich zu seinem Matrosen setzt, die Kapitänsmütze abnimmt und sagt „Was ist denn los?“ Eine solche oder andere Visualisierung kann helfen, diese Haltung bewusst einzunehmen.
Feedbackfragen
    Zuhören. Wirklich Zuhören. Konkret helfen dabei auch Feedbackfragen, um uns zu vergewissern dass wir es richtig verstanden haben. Oder um es für unser Kind noch einmal in Worte zu fassen, zusammen zu fassen. Ein Beispiel für eine solche Feedbackfrage: „Du hast also Angst um die Oma und den Opa und gleichzeitig bist du traurig dass du sie nicht sehen kannst. Hab ich das so richtig verstanden?“
Fragen stellen
    Allgemein Fragen stellen. Denn Fragen signalisieren Interesse und das ist in etwa dasselbe wie Ernst nehmen. Fragen = Interesse = Ernst nehmen.
Ortswechsel
    Bewusst Zeit nehmen. Nicht mehr Zeit. Sondern bewusst. Gemeint ist das Wunder der ungeteilten Aufmerksamkeit (siehe BLOG vom 27.04. und Steuerrad Wahrnehmen). Wie? Am besten mit einer Visualisierung wie oben. Oder indem wir nicht zwischen Tür und Angel mit unserem Kind reden, sondern uns bewusst an einen anderen Ort begeben. Z.B. zum Küchentisch 2 Meter weiter. Dadurch signalisieren wir auch ein bewusstes Zeit nehmen. Und es signalisiert ein aufeinander zugehen – also Interesse – also „Ernst nehmen“.
Ansprechen
    Indem wir den Ängsten, Sorgen eine Berechtigung geben und zwar indem wir das auch sagen. „Es ist vollkommen normal dass du dir Sorgen machst. Das darf sein. Was genau bereitet dir denn Sorgen?"
Beobachten
    Ernst nehmen kann auch bedeuten gut zu beobachten. „Malen, Geschichten erzählen und andere spielerische Aktivitäten können helfen, das ernste Thema anzusprechen.“ (Quelle)
Anschaulich erklären
    Indem wir erklären. Und zwar nicht nur mit Worten, sondern möglichst anschaulich. Indem wir möglichst viele Sinneskanäle ansprechen (vergleiche Steuerrad Wahrnehmung). Beispiel 1: Mit Reis veranschaulichen. Der Reis sind wir Menschen. 80% geben wir gleich mal auf die Seite weil die kein Krankenhaus brauchen. Und dann erklären wir je nach Bedarf weiter. Beispiel 2: Ein Tortendiagramm zeichnen
Auch Ängste und Sorgen können wir visualsieren. Indem wir sie etwa aufschreiben oder zeichnen. Und anschließend können wir uns in einem Ritual davon entledigen. Symbolisch. Aber davon morgen mehr. Morgen geht es um die WIEs zum Thema Beruhigen.

Beziehungsgesten (29.04.2020)
Es gibt Neues zum Steuerrad  Beziehungsgesten beim Anker  Beziehung!
Einfach reinschauen!
Hier ein kleiner Vorgeschmack und ein Infoblatt.
    „Das klingt ja total verrückt. Mein Kind hat mir gerade im Zorn meine Lieblingsvase demoliert und ich soll ihm Pasta Bolognese kochen? Sicher nicht!“ Gut. Ok. Beginnen wir anders ;) Unser Kind hat unsere Lieblingsvase demoliert. Das ist nicht ok. Dieses Verhalten mögen wir nicht (Das Verhalten. Das Kind mögen wir sehr wohl.). Dieses Verhalten hilft unserem Kind auch später nicht. Uns ist wichtig, dass unser Kind lernt, anders mit Wut und Ärger und Zorn umzugehen. Und wegen der Vase braucht es auch sowas wie eine Wiedergutmachung oder eine aufrichtige Entschuldigung. Das bedeutet aber nicht, dass wir unserem Kind heute Abend die Gute-Nacht-Geschichte vorenthalten. Denn das hat ja damit gar nichts zu tun. Selbstverständlich lesen wir Dir was vor. Weil wir die Erwachsenen sind und weil wir das alles im Griff haben. Und weil uns die Beziehung zu Dir wichtig ist. Und das zeigen wir Dir. Und ja natürlich bin ich sauer wegen der Vase. Die mochte ich so gern. Und natürlich kann ich jetzt nicht so tun als ob nichts gewesen wäre. Das mit der Vase klären wir schon noch. Keine Sorge. Alles zu seiner Zeit. Vielleicht hast Du ja morgen eine Idee wie du es wieder gut machen willst. Und jetzt iss mal die Pasta Bolognese. Die hatten wir ja schon vorgestern geplant für heute. Mahlzeit ;)

Neue Hotline, Neuer Inhalt (28.04.2020)
Es gibt eine neue Hotline!

01 4000 53000 - Corona-Sorgenhotline Wien: Reden hilft.

Und - 

Es gibt Neues zum Steuerrad  In der Rolle bleiben beim Anker  Beziehung!

    Wenn wir uns durch „Verstehen wollen“ und „Wahrnehmung“ auf Augenhöhe mit unseren Kindern begeben und uns voll und ganz auf ihre Welt einlassen, ist es wichtig unsere Rolle als Erwachsene, als Kapitäne des Familienschiffes im Hinterkopf zu behalten bzw. uns diese Rolle anschließend wieder bewusst zu machen. Die Botschaft dahinter kann sein: „Ich sehe dich und nehme dich wahr. Du bist mir wichtig. Ich nehme alle Informationen, Bedürfnisse, Gefühle, Wünsche usw. und werde dann als Erwachsener eine Entscheidung treffen, die ich für die bestmögliche für alle Beteiligten halte. Das ist meine Verantwortung als Erwachsener und diese Verantwortung übernehme ich gerne. Es ist ok wenn Du mit meiner Entscheidung nicht einverstanden bist. Wir können nicht immer einverstanden sein.

Das Wunder der ungeteilten Aufmerksamkeit (27.04.2020)
Es gibt Neues zum Steuerrad  Wahrnehmen beim Anker  Beziehung!

Einfach reinschauen!

Hier ein kleiner Vorgeschmack:
    Was ist das "Wunder der ungeteilten Aufmerksamkeit"? Ungeteilt bedeutet nicht stundenlang. Es können zwei Minuten sein. Ungeteilte Aufmerksamkeit bedeutet nicht unseren Kindern alles zu erlauben und Narzissten groß zu ziehen. Wir können den ganzen Vormittag damit verbringen, unsere Aufgaben nicht zu schaffen weil wir ständig unseren Kindern erklären müssen dass es jetzt eben nicht geht. Wenn wir es aber schaffen dass uns die Wäsche in der Waschmaschine oder der Chef im Video Call gerade wirklich - wirklich egal sind und wir einzig und allein wirklich - wirklich verstehen wollen was unser Kind gerade bewegt, dann passiert das Wunder. Wir können verstehen und das Gefühl und das Bedürfnis anerkennen. Und oft wird allein das genügen. Oder wir können mit unserem Kind ausmachen wann wir diesbezüglich etwas machen werden, je konkreter desto besser. Und wenn unser Kind dann spürt dass es gesehen wird und es weiß wann es wieder mit uns rechnen kann, dann war das ein Schritt vorwärts. Wenn wir dabei auf die Uhr sehen, haben wir es vergeigt. Dann waren wir nicht im Moment ;) Ja in der Praxis ist das nicht so einfach und ja wir werden weiterhin die Nerven wegschmeißen. Am Wunder der ungeteilten Aufmerksamkeit ändert das nichts.

Noch mehr Regelmäßiges (26.04.2020)
Gestern ging es um Regelmäßiges. Wie den Newsletter vom ZEIT LEO.
Krisen-Navi empfiehlt zudem folgende regelmäßige Möglichkeiten als Auswahl. Nicht alles auf einmal. Als Auswahl. Weniger ist mehr.

 Beim Zeit LEO geht es viel um Ideen und Beschäftigung.

 Beim kleinen Corona Lexikon vom Standard geht es um Wissensvermittlung: Am besten „kleines corona lexikon“ googlen oder auf www.derstandard.at „kleines corona lexikon“ in die Suche eingeben.

 Für Eltern: Nicht täglich, aber regelmäßig sehr lesenswerte und nicht zu lange Artikeln auf www.familienberatung.gv.at

 Für Eltern: Newsletter auf www.elternseite.at


Info, Material, Wochenende (25.04.2020)
Krisen-Navi wünscht ein schönes Wochenende!

Auch wenn sich die Tage in solchen Zeiten für manche von uns mehr gleichen als sonst, tut uns diese Struktur gut ( Sicherheit).

Deshalb gibt es bei Krisen-Navi einen täglichen BLOG-Eintrag. Sei er auch noch so kurz. Weil uns dieses Ritual Sicherheit gibt ( Struktur im Alltag).

Ein schönes Ritual kann auch sein, regelmäßige Ideen zu bekommen. Das geht zum Beispiel beim ZEIT LEO. Dort können wir uns zum Newsletter anmelden und erhalten täglich einen spannenden Vorschlag. Diese Woche waren zum Beispiel folgende Überraschungen im Newsletter – die meisten gerade als Wochenend-Beschäftigung geeignet.

Montag: Comic zeichnen

Dienstag: Früchteeis

Mittwoch: Witze

Donnerstag: Wissenswertes

Freitag: Film drehen


Die Hemmschwelle (24.04.2020)
Vielen von uns fällt es schwer, sich Unterstützung zu holen. Oder einfach mal jemand zum reden. Das hat oft mit inneren Überzeugungen zu tun (mit Glaubenssätzen), die wir seit vielen Jahren mit uns herumtragen und die deswegen schwer zu überstimmen sind.

Zum Beispiel „Wer sich Hilfe holt, bekommt es alleine nicht hin. Ist ein Versager.“ oder „Ein richtiger Mann bekommt das alleine hin“ oder „Als Mutter oder Vater hat man die Erziehung im Blut. Das kommt dann von ganz alleine.“

Die Hemmschwelle ist hoch. Gerade was das Thema Familie und Erziehung betrifft kommt die Angst vor dem hinzu, was sich die anderen denken. Diese Glaubenssäte wegzubekommen, ist oft ein längerer Weg. Dafür haben wir jetzt keine Zeit.

Wenn unser Kopf weiß dass wir jetzt eigentlich mal wo Unterstützung holen wollen, sich dann aber diese innere Stimme meldet, können wir ihr vielleicht sagen „Jetzt ist Krise. Das ist eine Sondersituation. Da darf ich mir ruhig Hilfe holen.“

Und dann, wenn es ruhiger wird, können wir uns den Glaubenssätzen widmen. Denn Hilfe holen ist verantwortungsvoll. Oder kennt irgendjemand von uns ein Beispiel, in dem bei einem Verkehrsunfall mit Schwerverletzten keine Rettung gerufen wurde, weil „Richtige Männer das alleine hinbekommen“ oder „Weil was würden denn da die Nachbarn sagen“? Nein. Eben nicht. Weil es vollkommen normal ist Hilfe zu holen.

Lassen wir es auch in anderen Bereichen zu.


142
	Telefonseelsorge, täglich von 0:00 bis 24:00 erreichbar
	www.telefonseelsorge.at
	
116 123
	Ö3 Kummernummer

147
	Rat auf Draht
	www.rataufdraht.at
	Auch für Eltern! www.elternseite.at

05 1776 100
	Plaudernetz
	Täglich von 12 bis 20 Uhr 
	fuereinand.at/plaudernetz
	
0800 500 156
	Corona Unterstützungs-Hotline
	www.generali.at/corona/

01/504 8000
	Helpline des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen


Konfliktverhalten (23.04.2020)
Krisen-Navi war fleissig! Beim Anker  Konfliktverhalten wurden die Steuerräder  und  aktualisiert.

Zusätzlich gibt es eine 

Einfach reinschauen!

Stress regulieren (22.04.2020)
Krisen-Navi hat einen tollen und lesbaren (auch weil kurzer) Artikel gefunden, der auch einige unserer Anker und Steuerräder bedient!
Wo? Auf der Seite www.familienberatung.gv.at unter Corona-Krise.
Auf der Seite gibt es noch weitere tolle Artikel!

"[...] Man muss den Stress anschauen, das ist das Wichtigste [...] Man bastelt oder zeichnet einen Streifen, der eine Skala von eins bis zehn anzeigt [...] gegensteuern [...] Primär mit allem, was einem gut tut. Musik mit Kopfhörern, ein Spaziergang im Freien [...] Polsterschlachten oder ein Gefecht mit Schwimmnudeln [...]"

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"Doch es gibt Möglichkeiten, zu regulieren. „Man muss den Stress anschauen, das ist das Wichtigste. Ihn benennen und spürbar machen. Das geht etwa mit einem sogenannten Stressregler.“ Dieser funktioniert so: Man bastelt oder zeichnet einen Streifen, der eine Skala von eins bis zehn anzeigt – mit einer Büroklammer wird dann der eigene Pegel markiert. „Das kann man anlassbezogen machen. Also etwa, wenn ein Kind zu viel Aufgaben hat, könnte es anzeigen, dass das bis hin zur Acht stresst“, so der Experte. Dies sei ein Signal für alle anderen – aber auch für sich selbst."

Krisen-Navi-Check (Welche Anker und Steuerräder werden bedient?)

 Beziehung
 Wahrnehmen
 Verstehen wollen

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"Das intensive Zusammensein mit Pubertierenden kann sich ebenfalls als besondere Herausforderung erweisen. Auch hier konkrete Tipps von Kolar: Versuchen Sie, etwas Gemeinsames zu entwickeln, ein Videogame miteinander zu spielen, zu kochen oder körperliche Aktivität.“ Auch Aufgaben, die dem Leben wieder Sinn geben, können motivierend wirken: Telefonkontakt mit Verwandten etwa, die schon älter sind und nicht aus dem Haus dürfen."

Krisen-Navi-Check (Welche Anker und Steuerräder werden bedient?)

 Gemeinsam stark
 Beteiligung
 Ressourcen


Immer, nie, schon wieder, nur, ... schon wieder :) (21.04.2020)
Heute geht es um die Trennung von Beobachtung und Bewertung.

Das hat mit dem Beispiel von gestern zu tun.
Dieses können wir auch aus einer weiteren Perspektive betrachten.
Der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg.

Eine Komponente bei der Gewaltfreien Kommunikation ist eben die

Reine Beobachtung.
Frei von Bewertungen.

Und dabei spielt das Weglassen von Worten wie immer, nie, nur usw. eine große Rolle, da diese Worte oft Bewertungen beinhalten. In der Gewaltfreien Kommunikation geht es dann noch um weitere Schritte die mit Gefühlen und Bedürfnissen zu tun haben.
Heute will Krisen-Navi beim Punkt Beobachtung bleiben und Beispiele liefern. Je besser wir es schaffen Beobachtungen frei von Bewertungen, Beurteilung oder Interpretationen zu lassen, desto mehr kann das helfen, Konflikte zu entschärfen bzw. zu lösen.

Beispiele:

krisen-navi

krisen-navi

krisen-navi

krisen-navi

krisen-navi


Krisen-Navi-Check (Welche Anker und Steuerräder werden bedient?)

 Beziehung
 Konfliktverhalten
 Vor dem Konflikt
 Wahrnehmen


Immer, nie, schon wieder, nur, ... (20.04.2020)
Alltagstipp:

Lassen wir doch Wörter wie immer, nie, schon wieder, dauernd, nur und ähnliche einfach weg.

Warum?

Sie befeuern Konflikte.
Sie machen aus einer konkreten Beschwerde allgemeine Kritik (nach John Gottman).

Ein Beispiel:
Variante 1: "Du wolltest doch heute Abend für uns kochen. Es ärgert mich, dass Du es vergessen hast."
Variante 2: "Deine Arbeit ist Dir wichtiger als ich. Nie machst Du mir eine Freude. Warum hast Du überhaupt gesagt, dass Du kochen würdest?"

Was können wir leichter annehmen?

Das Beispiel wurde hier gefunden:

krisen-navi
Quelle: https://www.liebewohl.de/inhalt/krisen_apokalyptische_reiter.htm


Wie lassen wir sie weg?

Schritt 0: Es fällt uns gar nicht auf, dass wir sie verwenden.
Schritt 1: Daran arbeiten dass es uns auffällt.
Schritt 2: Bewusst weglassen, eventuell auch mal einen Satz korrigieren
Schritt 3: Mit der Zeit üben wir es ein, sodass es automatisch klappt.


Krisen-Navi-Check (Welche Anker und Steuerräder werden bedient?)

 Beziehung
 Konfliktverhalten
 Vor dem Konflikt
 Wahrnehmen


Anmerkung

Krisen-Navi trifft sehr starke Vereinfachungen die wir leicht in den Alltag mitnehmen können.
Wer mehr wissen möchte, kann z.B. nach folgenden Begriffen googlen.
"die apokalyptischen reiter john gottman"
"gewaltfreie kommunikation rosenberg"
"beobachtungen ohne bewertungen"
Krisen-Navi wird außerdem noch mehr zu den Themen Sprache, Kommunikation, Konflikt, Bedürfnissen und Gefühlen liefern.


Verstehen wollen (19.04.2020)
Ab heute aktualisiert:
Das Steuerrad  auf der Anker-Seite  Beziehung.

Wochenend-Beschäftigung (18.04.2020)
Für das Wochenende gibt es heute zwei Vorschläge zur Beschäftigung.
Ein tolles Buch mit passendem Thema und ein paar Ideen für Spiele, die wir drinnen spielen können.
So können wir ein wenig Langeweile rausnehmen ( Konfliktverhalten) und die  Beziehungen stärken.
	
	 Die Klopapier-Krise
	Lesestoff
	Empfohlenes Lesealter: ab 3. Schuljahr
	Fundort 
	von Steffi Bunt
	
	 Drinnen ist was los
	Spiele für drinnen
	Fundort: ZEIT-LEO 

Beides auch zu finden unter Materialen im Bereich Links & Mehr.

Konflikt vs. Gewalt (17.04.2020)
Ab heute gibt es ein neues Infofenster beim Anker Konfliktverhalten:

Krisen-Navi behandelt Konflikte.

Da gibt es eine große Bandbreite. Kleinere, eher sachliche Konflikte bis hin zu Streit, wo es auch mal lauter wird und eine Tür knallt.

Bei Gewalt ist eine klare Grenze erreicht.
Krisen-Navi bezieht klar Stellung gegen Gewalt.

Für viele ist Gewalt oft der einzige Lösungsweg um mit Stress, Krisen und Konflikt fertig zu werden. Diese Strategien sind oft von klein auf erlernt und so tief eingebrannt, dass ihnen mit Argumentation nicht beizukommen ist.

Wann immer sie Opfer, Täter oder Zeuge insbesondere körperlicher, aber auch psychischer und anderer Formen von Gewalt werden, gibt es klare Anlaufstellen. Bei Gefahr in Verzug gibt es die Notrufnummern. Hier ein kleiner Auszug an möglichen weiteren Anlaufstellen.

Anlaufstellen Polizei: 133 Rettung: 144 Frauenhelpline gegen Gewalt: 0800 222 555 - www.frauenhelpline.at Männernotruf: 0800 246 247 - www.maennernotruf.at Kinder & Jugendliche: Rat auf Draht 147 Wien, Kriseninterventionszentrum: Tel.: 01 4069595, Montag bis Freitag 10–17 Uhr Ambulanz zur Bewältigung von akuten psychosozialen Krisen. Telefonische, persönliche oder E-Mail-Beratung Online unter www.kriseninterventionszentrum.at.
Noch einmal weil es wichtig ist. Krisen-Navi versucht ansonsten urteilsfrei und bewertungsfrei zu arbeiten, Information und Wissen zur Verfügung zu stellen. Jeder nimmt sich mit was er oder sie brauchen kann. Beim Thema Gewalt bezieht Krisen-Navi klar Stellung. Wir mögen verstehen wie es zu Gewalt kommt, aber Gewalt ist nie in Ordnung.

Lagerkoller (16.04.2020)

Tipp des Tages: www.rollerkoller.org (Gemeinschaftsprojekt dreier ergotherapeutischer Kinderpraxen in Wien)

Auf dieser Seite geht es um Möglichkeiten, den Lagerkoller daheim zu verhindern oder hinauszuzögern.
Es geht viel um die Bedürfnisse der Kinder und Beschäftigung in den eigenen 4 Wänden.

Das hat zu tun mit  Konfliktverhalten. Genauer gesagt mit der Phase vor dem Konflikt. Was wir tun können um Konflikte erst gar nicht entstehen zu lassen.
Auch  Bedürfnisse und  Sicherheit (unsere eigenen Ängste) sind auf der Seite ein Thema. Auch der Anker  Beziehung wird thematisiert.

Klare Krisen-Navi Empfehlung!


YouTube for Kids (15.04.2020)

Schon gewusst?
YouTube gibt es auch in der Kids-Variante.
www.youtubekids.com
Für den Computer oder auch als App.

Denn in Zeiten wie diesen werden Kinder wohl eher mehr Zeit vor Bildschirmen verbringen als sonst.
Weil es manchmal einfach nicht anders zu gehen scheint.
Weil es manchmal einfach gut tut, in Ruhe eine Tasse Kaffee zu trinken (und Pausen extrem wichtig sind).
Weil die Kids weniger raus dürfen.
Und so können wir wenigstens sicherer sein, dass die Kids keine ungeeigneten Inhalte konsumieren ( Sicherheit).

... zum Thema Digitale Medien, Bildschirm und Co. ein andermal mehr.


Sehen, hören, riechen, ... (14.04.2020)
Sinneskanäle... 
Nachtrag zu gestern und zum Steuerrad  Zuversicht.

Die Übung mit dem „Positiven suchen“
    Ganz bewusst schöne Dinge suchen. Als Ausgleich für die negativen Dinge, die momentan präsent sind. Am besten als Ritual am Abend. 2 Minuten nachdenken was es heute Schönes gab. (Rituale geben Sicherheit). Womöglich gemeinsam mit den Kids beim Schlafengehen ( Beteiligung). Schönes suchen. Wofür wir dankbar sind. Und wenn es nur das Dach über dem Kopf ist oder die Pommes mit Ketchup.
... nennen wir sie „Sonnenstrahlen sammeln“, lässt sich noch tunen. Und zwar indem wir mehr Sinneskanäle (Sehen, Hören, Riechen, ...) ansprechen. Wenn wir uns die positiven Momente des Tages also nicht nur denken, sondern sie aufschreiben oder zeichnen. So können wir das Ritual für unser Kind auch auf den nächsten Vormittag verlegen und dort an den Beginn des Schulunterrichtes setzen. Erste Aufgabe: „Male in aller Ruhe ein Bild was gestern fein war. Lass Dir Zeit. Genieß es.“ Ja, am Beginn des Unterrichts. Wie lang oder kurz der auch sein möge. Wie wenig Aufgaben wir auch schaffen mögen. Wie oft unser Kinde den Unterricht auch unterbrechen wird. Das kommt vor. Grade in so einer Situation. Aber Schule bleibt. Das ist uns wichtig (siehe Anker Sicherheit und Steuerrad Struktur im Alltag).

Keine Panik - Ja eh aber wie? (13.04.2020)
Heute schauen wir uns den ersten Punkt dieser Liste an.
    "1. Keine Panik Menschen jeden Alters können sich mit dem COVID-19 Virus anstecken. Da es sich um ein neuartiges Virus handelt, kann man noch nicht genau sagen, welche konkreten Folgen es speziell für Kinder hat. Bis jetzt wurden wenige Fälle von COVID-19 bei Kindern gemeldet. Erklären Sie Ihrem Kind, dass das Virus im Normalfall für gesunde Menschen nicht lebensgefährlich ist und Vorsichtsmaßnahmen dafür sorgen, dass sich möglichst wenige Menschen anstecken."
Keine Panik – sehr wichtig. Der Punkt passt wunderbar zu Sicherheit und zu Zuversicht. Was aber wenn wir einfach selbst verunsichert sind. Angst haben. Panik schieben? Wie sollen wir so unsere Kinder beruhigen? Im Idealfall schaffen wir es, eine durch Leichtigkeit und Zuversicht geprägte Haltung einzunehmen - mit Humor und der Klarheit, dass es wieder gut wird. Es findet unbewusst eine Übertragung auf das Kind statt und das ist entscheidend. Mögliche Schritte auf dem Weg zu einer solchen Haltung:
    Wir konzentrieren uns auf das, was wir beeinflussen können. Wir können vielleicht nicht beeinflussen ob genug Masken geliefert werden oder wann die Schulen wieder aufsperren oder ob es heuer Matura gibt oder nicht. Also suchen wir uns doch Dinge die wir beeinflussen können. Dass wir uns bewusst eine Pause nehmen (und dafür die Wäsche erst morgen zusammen gelegt ist). Was wir zu essen kochen. Welche INformationen wir uns holen und welche nicht (siehe unten) usw. So beschäftigen wir uns im Kopf nämlich mit DIngen auf die wir eine Wirkung haben und erleben so etwas wie Kontrolle und Sicherheit.
    Wir gehen einen Schritt nach dem anderen. Ob Multitasking jetzt existiert oder nicht weiß ich nicht. Gerade in Krisenzeiten haben wir im Kopf vielleicht noch mehr Gedanken, noch mehr Aufgaben, was alles zu erledigen wäre. Umso wichtiger wird es, dass wir einen Fuss vor den anderen setzen.
    Infostopp Auch dazu gibt es einen Tipp in oben genannter Liste. Wenn wir den ganzen Tag nur Katastrophen-Infos konsumieren, schaut es düster aus mit der Zuversicht.
    Wir nutzen seriöse Quellen und vergleichen Auch dazu gibt es einen Tipp in oben genannter Liste. Wenn wir Medien konsumieren, dann glauben wir nicht alles sofort, sondern überlegen uns wo wir die Infos suchen und wir vergleichen. Meine persönliche Erfahrung. Wenn es immer nur einer weiß und sonst keiner, ist es meistens Blödsinn.
    Wir suchen uns gut aus mit wem wir uns vernetzen Was für Informationen gilt, gilt auch für Menschen. Halten wir Kontakt mit jenen, die uns gut tun! Und halten wir zusammen!
    Wir holen uns auch mal Input von außen Wir müssen nicht alles können oder alles wissen oder alles schaffen. Sich Ideen, Anregungen oder Hilfe zu suchen ist erwachsen und verantwortungsvoll.
    Gelegenheiten nutzen Die ganze Arbeit an unserer Zuversicht wird im stressigen Alltag ein wenig Zeit brauchen. Was sofort geht: Kein Mensch ist den ganzen Tag gleich. Mal sind wir zuversichtlicher, mal weniger. Nutzen wir die zuversichtlichen Situationen um gerade dann im Kontakt mit unseren Liebsten zuversichtlich voran zu gehen!
Einer meiner persönlichen Favoriten für das Thema Zuversicht: Ganz bewusst schöne Dinge suchen. Als Ausgleich für die negativen Dinge, die momentan präsent sind. Am besten als Ritual am Abend. 2 Minuten nachdenken was es heute Schönes gab. (Rituale geben Sicherheit). Womöglich gemeinsam mit den Kids beim Schlafengehen ( Beteiligung). Schönes suchen. Wofür wir dankbar sind. Und wenn es nur das Dach über dem Kopf ist oder die Pommes mit Ketchup.

Weniger ist mehr. Frohe Ostern! (12.04.2020)

Weniger ist mehr.
Doch mehr lesen :) ...

Das Internet quillt über vor Tipps und Tricks und Erfahrungen. Verzweifeln wir nicht an den gut gemeinten Ideen, die dann oft doch nur als unterschwelliger Vorwurf daherkommen, dass wir irgendwas falsch machen. Nicht hinter jedem Tipp steckt der hinterhältige Nachbar, der den ganzen Tag nur auf der Suche nach unseren Fehlern ist. Die meisten dieser Ideen sind tatsächlich – gut gemeint. Wenn wir bei diesen Unmengen auch nur ein paar Punkte finden die uns gefallen und die uns helfen, dann ist doch schon viel gewonnen. Im Übrigen ist es gar nicht vorgesehen, alle Tipps umzusetzen. Denn jeder Mensch tickt anders. Womöglich haben wir 2 Kinder und ein Tipp hilft dem ersten. Beim zweiten aber – Fehlanzeige... auch das darf sein.

Händewaschen aber wie? - Tipp #3 von dieser Liste - (11.04.2020)

Beginnen wir mit einer tollen Liste an Tipps, die ich hier gefunden habe.
	
Tipp Nummer 3 lautet:
"Bringen Sie Ihrem Kind gute Hygiene-Maßnahmen bei, wie z.B. regelmäßiges und richtiges Hände waschen, Husten und Niesen in den gebeugten Ellenbogen oder in ein Taschentuch. Direkter Kontakt mit hustenden oder niesenden Personen sollte vermieden werden.“

Gut, aber wie?

Wenn wir z.B. unserem Kinde sagen "Wasch Dir die Hände sonst wirst du krank", dann bekommt es doch eher Angst. Das ist das Gegenteil von Sicherheit. Es gibt ganz viele mögliche Botschaften, euch fallen sicher auch viele ein.

 Eine mögliche Form:
"Du kannst mithelfen dass wir alle gemeinsam das gut schaffen. Je mehr Menschen sich gut die Hände waschen desto mehr bleiben gesund. So kannst Du mithelfen!" (Anker Gemeinsam stark, Steuerrad Selbstwirksamkeit).
Oder wir verknüpfen es mit etwas Positivem. Womöglich kocht unser Kind gerne. Na dann kann es gleich mal mithelfen beim Vorbereiten - und wenn es nur ein bisschen Gurkenschneiden ist.
Und so ganz nebenbei fallen dann Sätze wie "Logisch waschen wir uns die Hände. Wie nach dem Klo. Oder so wie jetzt wegen dem Virus. Vor dem Kochen waschen wir die Hände. Das ist so.
Und schon kann mit dem Händewaschen im Kopf etwas Schönem verknüpft werden. Mit Kochen und Essen. Und nicht nur mit dem blöden Virus oder dem Klo - bäh ;) Außerdem haben sie so den Anker Beziehung und Gemeinsam stark bedient.

 Oder: Wir verwenden lustige Seifenspender. Damit es mehr Spaß macht. 

 Oder: Wir basteln die Verzierung für die Seifenspender selber. (Je nach Alter der Kinder). Da können die Kids am Vormittag im Bastel-Unterricht, den wir angesetzt haben, lustige Aufkleber für die Seifenspender machen (Anker Beteilung, Steuerrad Selbstwirksamkeit, Anker Sicherheit mit Steuerrad Struktur weil Schule)

 Ein anderer Zugang wurde auf Twitter gesichtet ;)
  

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